Was die deutsche Industrie für den Rohstoffnachschub tut

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Rohstoffe : Seltene Erden - auf nach Kasachstan

Die Welthandelsorganisation WTO hat erst vor wenigen Tagen einen Schiedsspruch gegen China gefällt, wonach die Chinesen Exportzölle für Bauxid, Zink, Koks, Phosphor und Magnesium abzubauen haben. Selbst wenn China dem folgt – die Seltenen Erden sind von dem Urteil nicht betroffen. Das könnte eine Chance sein für den Kasachen Nasarbajew, dessen Unterhändler im Vorfeld seines Berlin-Besuches signalisiert haben, dass ihr Land bereit wäre, auch mit deutscher Hilfe die unerschlossenen Vorkommen der Seltenen Erden und anderer Elemente wie Uran und Kupfer zu heben. Zwei Jahre intensiver Verhandlungen waren nötig, heißt es beim Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft. Nun endlich können Nasarbajew und Merkel „Abkommen über die strategische Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich“ unterzeichnen. Kasachstan sucht im Gegenzug Zugang zu deutschem Know-how.

Im Rahmen des Nasarbajew-Besuchs werden Unternehmen beider Länder insgesamt 30 verschiedene Geschäfte vereinbaren. Unter den Vertragspartnern sind Siemens, Linde und Thyssen-Krupp, aber auch die Leipziger Takraf GmbH, die unter anderem große Anlagen zur Ausbeutung von Gruben und Minen baut und wartet.

Ebenso lang wie an dem Abkommen mit den Kasachen feilte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) an der Gründung einer Allianz zur Rohstoffsicherung (ARS), deren Konzept der Verband erst vergangene Woche vorstellte: Dabei handelt es sich um ein „privatwirtschaftliches und gewinnorientiertes Unternehmen“, wie man beim BDI betont, das sich für die Gesellschafter an konkreten Rohstoffexplorationsvorhaben in aller Welt beteiligt.

Es soll geführt werden von dem ehemaligen Eon-Manager Dierk Paskert und in den kommenden Wochen ins Berliner Handelsregister eingetragen werden. Derzeit feilt man beim BDI noch an einem schmissigen Namen für die Allianz, der auch auf Englisch aussprechbar ist. Andere rohstoffarme Industriestaaten wie Japan und Südkorea haben solche – allerdings staatliche – Unternehmen schon seit den 1960er Jahren. Unter den ersten zwölf Gesellschaftern der deutschen Allianz sind Bayer, BASF, BMW, Daimler, Evonik, Thyssen-Krupp und Wacker Chemie.

Angeblich zahlen sie jeweils zunächst 300.000 Euro in das Unternehmen ein. Das ist ein eher bescheidener Beitrag, allerdings heißt es gerüchteweise, dass die Firmen in den kommenden fünf bis zehn Jahren gemeinsam bis zu einer Milliarde Euro in Schürfrechte, Förderunternehmen und Beteiligungen investieren wollen. Auch das ist noch wenig: Nach einer Schätzung der Weltbank wird China im Jahr 2015 rund 50 Milliarden Dollar allein in Afrika in Rohstoffe investieren.

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