RWE und Eon teilen Innogy auf : Was der Megadeal für Stromkunden bedeutet

Gute Nachrichten für Kunden: Verbraucherschützer rechnen mit sinkenden Preisen für Strom – und empfehlen einen Wechsel des Stromanbieters.

Ein Stromstecker liegt auf einer Stromrechnung.
Ein Stromstecker liegt auf einer Stromrechnung.Foto: dpa/Jens Kalaene

Eon will die RWE-Ökostrom- und Netztochter Innogy übernehmen, und Millionen Verbraucher fragen sich: Was bedeutet das für meinen Stromvertrag? Denn Innogy ist mit zahlreichen Marken am Strommarkt vertreten, darunter Eprimo, Süwak und die Lechwerke, Eon hat "E-wie-einfach".

Glaubt man dem Ökostromanbieter Lichtblick, ist die Nachricht von der Neuordnung der Energiebranche für Verbraucher schlecht. Durch den Verkauf von Innogy an Eon entstehe ein Megakonzern mit großer Marktmacht, warnte Geschäftsführer Wilfried Gillrath. „Das gefährdet den Strommarkt und könnte auf Dauer zu höheren Preisen führen.“ Das Kartellamt müsse die Fusion „sehr kritisch" prüfen, forderte Gillrath.

Es entsteht einer der größten Versorger in der EU

Richtig ist, dass durch die geplante Neuordnung einer der größten Energieversorger Europas entstehen würde, heißt es beim Stromportal Verivox. Für Prognosen über Preise sei es aber zu früh, meint Dagmar Ginzel, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „Welche Auswirkungen der Deal auf die Stromkunden haben könnte, lässt sich heute noch nicht absehen“, sagte Ginzel dem Tagesspiegel.

Verbraucherschützer hoffen auf sinkende Preise

Verbraucherschützer glauben sogar an sinkende Preise. Jeder Wettbewerber, der vom Strommarkt verschwinde, sei zwar für den Verbraucher eine traurige Nachricht, sagte der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, dem „Handelsblatt“. „Innogy ist aber ein eher teurer Grundversorger, darum ist zu hoffen, dass Eon die Strompreise senken wird.“ Dennoch sollte das Kartellamt aus Müllers Sicht „einen kritischen Blick auf die Fusion werfen, um sicherzugehen“. Nach Meinung des Verbraucherschützers leidet der deutsche Strommarkt immer noch unter zu wenig Wettbewerb. So komme der niedrige Börsenpreis nicht bei den Verbrauchern an.

Müller forderte, Verbraucher sollten bereit sein, ihren Anbieter zu wechseln. Als Alternative könnten sich Stadtwerke anbieten, meint Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW. Er twitterte nach der Nachricht von der Übernahme und Zerschlagung Innogys: „Fusion für Endkunden kein Problem. Alternativen und Wettbewerb sind groß genug. Könnte auch Chance für Stadtwerke sein.“

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