Sabine Bendiek : Microsoft-Chefin kritisiert deutsche Digitalpolitik

Statt schöner Worte fordert Sabine Bendiek von der neuen Regierung ambitionierte Projekte und eine Debatte über den Begriff das Dateneigentums.

Sabine Bendiek ist seit Januar 2016 Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland.
Sabine Bendiek ist seit Januar 2016 Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland.Foto: Thilo Rückeis

Die Deutschland-Chefin von Microsoft fordert von der neuen Regierung mehr Anstrengungen bei Digitalthemen. „Der Staat muss dabei auch ein digitaler Vorreiter sein“, sagte Sabine Bendiek im Interview mit dem „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe). „Wir müssen jetzt von den schönen Worten und guten Absichten, zur konkreten Umsetzung kommen“, sagt Bendiek. Die digitale Transformation sei entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. „Da müssen wir uns jetzt ranhalten und die künftige Regierung sollte ambitionierte Projekte definieren“.

"Wir müssen den Begriff des Dateneigentums ganz neu denken"

 

Das wichtigste Thema sei dabei die digitale Bildung und auch bei Zukunftstechnologien wie Künstlicher Intelligenz müsse mehr investiert werden, um nicht nach den USA auch von China abgehängt zu werden. „Während wir sondieren, investieren andere“, kritisiert sie die Dauer der Regierungsbildung. Zudem seien neue Konzepte im Datenschutz nötig, um das Potenzial von Künstlicher Intelligenz zu nutzen, bei der die Algorithmen automatisch mithilfe riesiger Datenmengen trainiert werden. „Wir müssen den Begriff des Dateneigentums ganz neu denken, sonst werden uns die Gesetze an der Umsetzung vieler Möglichkeiten hindern“, sagt Bendiek.

 

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