Smartphone statt Bargeld : Deutsche sind beim mobilen Bezahlen skeptisch

Nur 30 Prozent der Deutschen nutzen derzeit ihr Smartphone zum Bezahlen. Bundesjustizminister Barley will jetzt die Sicherheit verbessern.

Auch das Kassenpersonal kennt sich zum Teil noch nicht mit dem mobilen Bezahlen aus.
Auch das Kassenpersonal kennt sich zum Teil noch nicht mit dem mobilen Bezahlen aus.Foto: Fotolia

Es könnte so einfach sein: An der Supermarktkasse sein Smartphone vor das Lesegerät halten – fertig. Doch noch hat sich das mobile Bezahlen in Deutschland nicht durchgesetzt. Lediglich 30 Prozent der Deutschen haben schon einmal per Smartphone bezahlt, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Branchenverbands Bitkom. Unkenntnis und Unsicherheit sind demnach groß. So berichten drei von zehn Nutzer, beim mobilen Bezahlen skeptisch beäugt worden zu sein. In 19 Prozent der Fälle wusste selbst das Kassenpersonal nicht, wie das mobile Bezahlen funktioniert. Bitkom-Präsident Achim Berg meint dennoch: „Schon bald werden sich auch bei uns digitale Bezahlformen durchsetzen.“

Bis das passiert, müssen Anbieter wie Politik allerdings noch einige Bedenken ausräumen. Zahlen aus dem Bundesjustizministerium zeigen, dass 28 Prozent der Deutschen sich Sorgen machen, was beim mobilen Bezahlen mit ihren Daten passiert. „Verbraucherinnen und Verbraucher werden neue Bezahlmethoden erst akzeptieren, wenn sie ihnen vertrauen“, sagte Bundesjustizministerin Katarina Barley am Montag.

Barley wünscht sich Kennzeichnung für Software

Ihr Haus hat deshalb nun einen Katalog mit acht Forderungen erstellt. Die sollen nicht nur das mobile Bezahlen sicherer machen, sondern Nutzer auch grundsätzlich besser vor Cyberangriffen schützen. Barley wünscht sich zum Beispiel eine bessere Kennzeichnung von Software: Anbieter sollen künftig ausweisen müssen, ob sie in Punkte IT-Sicherheit lediglich die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllen oder darüber hinausgehen. Auch sollen Hersteller über mehrere Jahre verpflichtet werden, Updates für ihre Software anzubieten. Verbraucher sollen sich zudem in Zukunft besser gegen Schäden durch Cyberangriffe versichern können – etwa für den Fall, dass beim mobilen Bezahlen etwas schief läuft. Die bisherigen Versicherungsangebote hält Barley nicht für ausreichend. Ihrer Vorstellung nach sollten Versicherungskonzerne „Cyber-Bausteine“ in die Rechtsschutz- und Hausratversicherung aufnehmen.

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