Wirtschaft : Sparkassen leiden unter Konkurrenz

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main – Die rund 460 Sparkassen haben 2006 mit 2,2 Milliarden Euro unter dem Strich fast fünf Prozent mehr verdient als im Jahr zuvor und damit ein neues Rekordergebnis erzielt – allerdings nur aufgrund geringerer Steuerzahlungen. Vor Steuern ging der Gewinn um rund 2,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zurück. Die Eigenkapitalrendite sank von 9,3 auf 8,7 Prozent und entfernte sich damit von der Zielmarke 15 Prozent. Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), machte dafür unter anderem den gestiegenen Wettbewerb mit den Privatbanken, aber auch mit den Direktbanken verantwortlich. Insgesamt aber hätten sich die Sparkassen gut behauptet, sagte Haasis am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main. In der Unternehmensfinanzierung sei ihr Marktanteil weiter von 43,1 auf 44,1 Prozent gestiegen, während die Großbanken weiter auf 15,5 Prozent verloren hätten.

Im Bieterverfahren für die Landesbank Berlin (LBB) wollen Sparkassen und Landesbanken getrennt marschieren. „Es gibt weder Absprachen mit einzelnen Landesbanken noch mit einer einzelnen Landesbank“, sagte Haasis. Die Gemeinschaft der Sparkassen sei allein in der Lage, „jedes betriebswirtschaftlich vernünftig begründete Angebot zu schultern“.

Noch bis zum 22. März können die 14 verbliebenen Interessenten für die LBB unverbindliche Gebote auf den Tisch legen. Der DSGV befürchtet, dass eine Großbank die LBB samt zugehöriger Berliner Sparkasse kaufen und damit möglicherweise ein Signal auch für die Übernahme anderer Sparkassen geben könnte.

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