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Statistik der Schlichtungsstelle : Beschwerden über die Bahn nehmen massiv zu

Bei der Schlichtungsstelle für den Personenverkehr steigen die Einwände von Zugreisenden um 21 Prozent. Auch deutlich mehr Klagen über Fluggesellschaften.

Störungen im Betriebsablauf. Stürme, Bauarbeiten, Probleme mit Zügen und an der Strecke haben der Bahn zu schaffen gemacht.
Störungen im Betriebsablauf. Stürme, Bauarbeiten, Probleme mit Zügen und an der Strecke haben der Bahn zu schaffen gemacht.Foto: Caroline Seidel/dpa

Die Probleme der Bahn und die Insolvenz von Air Berlin haben die Beschwerden von Verbrauchern bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) im vergangenen Jahr in die Höhe schnellen lassen. Die Beschwerden von Bahnreisenden stiegen um 21 Prozent auf 2863 Fälle, heißt es in einer Statistik der SÖP, die dem Tagesspiegel vorliegt.

Die Hälfte der Beschwerden richtete sich gegen Zugverspätungen und -ausfälle. Nach eigenen Auswertungen der Bahn waren im vergangenen Jahr nur 78,5 Prozent aller ICE und Intercity pünktlich, 0,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Neben Problemen auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München im Dezember hatte die Bahn auch mit der langen Streckensperrung nach einer Baupanne bei Rastatt zu kämpfen. Zudem hatte der Orkan „Xavier“ im Herbst den Zugverkehr vorübergehend stillgelegt.

Elf Prozent mehr Beschwerden über Airlines

Der Löwenanteil der Beschwerden, die bei der SÖP eingingen, richtete sich aber gegen Airlines. Gut 11.800 Schlichtungsanträge drehten sich um Probleme im Flugverkehr, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Großteil der Fälle – 71 Prozent – beruhte auf Flugverspätungen oder -annullierungen. Hier dürfte sich vor allem das Chaos um Air Berlin und ihre Tochter Niki niedergeschlagen haben, die schon vor den Insolvenzanträgen im August beziehungsweise Dezember zahlreiche Flüge gestrichen hatten oder nur mit Verspätung durchführen konnten.

Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 15.601 neue Beschwerden bei der Stelle ein, ein Plus von 15 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Gut 15.900 Fälle – und damit rund ein Drittel mehr als im Vorjahr – wurden abgeschlossen, in drei Vierteln der Fälle nahmen Verbraucher und Unternehmen die Schlichtungsempfehlung an.

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