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Steueraffäre : Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon tritt zurück

Der frühere bayerische Finanzminister hatte seine Steuererklärungen verspätet eingereicht. Damit war er nicht mehr zu halten.

Georg Fahrenschon zieht Konsequenzen aus seiner Steueraffäre.
Georg Fahrenschon zieht Konsequenzen aus seiner Steueraffäre.Foto: Mike Wolff, Tsp

Nun ist es so weit: Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Georg Fahrenschon, tritt wegen der Steueraffäre zurück. Im Einvernehmen mit dem Verband lege er sein Amt zum 24. November nieder, teilte der DSGV am Freitag mit. „Die verspätete Abgabe meiner privaten Steuererklärungen war falsch“, erklärte Fahrenschon.

Man hatte jeden Tag auf diesen Schritt gewartet

Der Schritt überrascht niemanden, im Gegenteil. Nahezu täglich hatte man mit dieser Nachricht gerechnet. Denn der Druck aus dem Sparkassenlager, Fahrenschon möge seinen Hut nehmen, war riesengroß. Der Anfang vom Ende hatte sich bereits Mitte vergangener Woche angekündigt. Eigentlich wollte sich der CSU-Politiker, der vor seinem Wechsel zum Sparkassenverband Finanzminister in Bayern war, am 8. November für eine erneute Amtszeit wählen lassen. Doch einen Tag zuvor wurde bekannt, dass ihm die Staatsanwaltschaft München Steuerhinterziehung vorwirft, weil Fahrenschon seine Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014 verspätet abgegeben hatte. Dass er seine Steuern samt Versäumniszuschlägen zwischenzeitlich beglichen hat, konnte die Ermittler nicht besänftigen. Im Sparkassenlager, das großen Wert auf Seriosität und Solidität legt, war Fahrenschon, dessen Vertrag eigentlich bis Mai 2018 läuft, nicht mehr zu halten. Nun zieht er die Konsequenzen.

Der Vize übernimmt

Übergangsweise wird der DSGV vom Vizepräsidenten Thomas Mang und den geschäftsführenden Vorstandsmitgliedern Karl-Peter Schackmann-Fallis und Joachim Schmalzl geführt. Mang, der zugleich Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen ist, betonte, die Neuwahl solle so rasch wie möglich stattfinden. Beobachter glauben, dass der nächste Präsident nicht mehr – wie bislang üblich – aus der Politik, sondern aus dem Sparkassenlager kommt. Unter den Namen, die genannt werden, ist auch der des bisherigen zweiten Mannes: Thomas Mang.

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