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Streiks drohen bei Lufthansa : Flugbegleitergewerkschaft Ufo verhandelt aber weiter mit Management

Der Konflikt in der Kabine der Lufthansa geht in die nächste Runde. Beide Seiten dementieren aber ein Scheitern der Gespräche.

Schon wieder Streik? Die Ufo will am Donnerstagmittag über ihre Pläne informieren.
Schon wieder Streik? Die Ufo will am Donnerstagmittag über ihre Pläne informieren.Foto: dpa

Die Lufthansa-Gruppe hofft, Streiks doch noch abwenden zu können. Die Kabinengewerkschaft Ufo als auch das Unternehmen erklärten am Donnerstag, es werde weiter verhandelt.

Zuvor hatte der Tagesspiegel in Konzernkreisen von einem Scheitern der Gespräche erfahren. Der frühere Ufo-Vorsitzende und jetzige Beauftragte des Ufo-Vorstands, Nicoley Baublies, habe sich am Mittwoch mit dem neuen Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann getroffen. Nachdem die Gespräche ergebnislos geblieben seien, habe Ufo die Lufthansa über Streiks informiert, die Ende dieser Woche bei der Kernmarke Lufthansa beginnen sollten und für mehrere Tage anberaumt seien.

Alles dreht sich um Baublies

Falls sich Niggemann tatsächlich mit Baublies getroffen haben sollte, wäre das eine erneute erstaunliche Wendung in dem Konflikt. Der langjährige Vorstandschef der Ufo ist maßgeblich verantwortlich für die Führungskrise der Gewerkschaft, die im vergangenen Jahr zum Rücktritt des Vorstands führte. Lufthansa wiederum warf Baublies vor, doppelt Gehalt zu kassieren: Einmal von der Airline, bei der Baublies als Purser beschäftigt war, und dazu von der Ufo. Die Lufthansa forderte Geld zurück und kündigte Baublies im vergangenen Herbst. Dann kam es jedoch zu erneuten Streiks, die wiederum Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens dazu bewegten, sich wieder mit Baublies an den Tisch zu setzen. Das empörte dann Konzernchef Carsten Spohr derart, dass Volkens zum Jahresende abgelöst und durch Niggemann ersetzt wurde.

Schlichtung kommt nicht in Gang

In den vergangenen Monaten hat die Gewerkschaft immer wieder Tochterunternehmen des Konzerns bestreikt, dazu gehören neben der Kernmarke Lufthansa vor allem auch Germanwings und Eurowings. In dem Konflikt geht es weniger um tarifliche Forderungen als um Organisationsfragen und eben um Baublies. Zuletzt wollte die Ufo, bei der Baublies noch immer eine Schlüsselrolle spielt, einen Schadensersatz von der Lufthansa von einer Million Euro, hieß es am Donnerstag in Konzernkreisen. Das lehnte die Lufthansa dem Vernehmen nach ab. Damit kommt es vorerst auch nicht zu einem Schlichtungsverfahren unter Leitung des früheren Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) und des ehemaligen Chefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise.

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