Wirtschaft : Strom und Wärme aus dem eigenen Kraftwerk

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Berlin - Die Gasag testet ab sofort Mikrokraftwerke, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren und dabei das Klima schonen sollen. In einem Feldversuch werden 20 Geräte in Berliner Heizungskellern installiert, 2008 soll die Großserienproduktion beginnen. Am Freitag ging die erste Anlage in der Residenz des neuseeländischen Botschafters in Betrieb. Sie wurde vom neuseeländischen Unternehmen WhisperGen entwickelt. Die Anlage von der Größe eines Geschirrspülers soll dank Kraft-Wärme- Kopplung einen Wirkungsgrad von mindestens 92 Prozent haben. Anders als bei konventionellen Heizungen wird nicht nur Wasser erwärmt, sondern auch ein Generator für 1000 Watt elektrische Leistung angetrieben. Bei rund 2000 Betriebsstunden jährlich wird laut Gasag rund eine Tonne des Klimagases Kohlendioxid pro Haushalt vermieden. Gasag-Vorstand Andreas Prohl sagte, dass in Berlin rund 150 000 Ein- und Zweifamilienhäuser für die Technik infrage kämen.

Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) bezeichnete die Mikrokraftwerke als „hochinteressante“ Alternative zur konventionellen Energiegewinnung und sagte Unterstützung zu. Deutschland als größter europäischer CO2-Emittent müsse Vorbild sein: „Wir sind die Verursacher riesiger Probleme in anderen Teilen der Welt.“ Die Gasag nimmt bis 15. Mai Bewerbungen von Hauseigentümern und Gewerbetreibenden für den zweijährigen Versuch entgegen. Während der Testphase muss nur das verbrauchte Gas bezahlt werden. obs

Infos und Bewerbung online:

www.gasag.de

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