Studie der Hans-Böckler-Stiftung : Tariflöhne steigen um 3,2 Prozent

Dank hoher Tarifabschlüsse steigen die Löhne vieler Beschäftigter so stark wie seit Jahren nicht mehr. Vor allem die Metallbranche profitiert.

Sarah Birkhäuser
In der Metallbranche fallen die Tarifzuwächse in diesem Jahr besonders hoch aus.
In der Metallbranche fallen die Tarifzuwächse in diesem Jahr besonders hoch aus.Foto: dpa

Tarifgebundene Arbeitnehmer bekommen 2019 mehr Geld, und zwar durchschnittlich 3,2 Prozent. Das ist die größte Erhöhung seit Jahren, teilte die Hans-Böckler-Stiftung mit. „Insgesamt bestätigen die Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr den Trend des Vorjahres zu deutlich höheren Lohnzuwächsen", sagt Thorsten Schulten von der Böckler-Stiftung. 2018 waren die Tariflöhne um drei Prozent gestiegen.

Berücksichtigt wurden für die aktuellen Zahlen die im ersten Halbjahr abgeschlossenen Tarife sowie die Vereinbarungen der Vorjahre mit Wirkung ab 2019. Nach Abzug der Teuerungsrate von schätzungsweise 1,6 Prozent bleibt Beschäftigten damit in diesem Jahr ein Reallohnzuwachs von 1,6 Prozent. Laut Schulten, leisten die Tariflöhne damit einen wichtigen Beitrag dafür, dass durch eine "starke Binnennachfrage einer sich abkühlenden Konjunktur entgegenwirkt wird.“ 

Besonders groß sind die Erhöhungen mit 4,1 Prozent in der Metall- und mit 3,9 Prozent in der Eisen- und Stahlindustrie. Auch der öffentliche Dienst, der Gartenbau und das Metallhandwerk liegen über dem Durchschnitt. Bei der Post (2,1 Prozent) und im Gebäudereinigerhandwerk (2,3 Prozent) gab es die schwächsten Zuwächse. 

Für insgesamt 3,3 Millionen Beschäftigte vereinbarten die DGB-Gewerkschaften im ersten Halbjahr neue Tarifabschlüsse. Da die Laufdauer durchschnittlich 26,5 Monate beträgt, sehen die Mehrzahl der Vereinbarungen zweistufige Lohnerhöhungen für 2019 und 2020 vor. Im zweiten Halbjahr finden aber weniger Verhandlungen statt. Noch offen sind die Tarifbereiche der chemische Industrien, des Versicherungsgewerbes sowie der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie.

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