Tarifkonflikt : Ufo könnte Lufthansa im Februar wieder bestreiken

Die Gewerkschaft kündigt "drastische" Schritte an, um die Bedingungen für Flugbegleiter zu verbessern. Man wirft der Lufthansa vor, "Krieg" gegen Ufo zu führen.

Flugbegleiter der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation UFO bei einem Streik zu einer Kundgebung vor dem Terminal am Münchner Flughafen.
Flugbegleiter der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation UFO bei einem Streik zu einer Kundgebung vor dem Terminal am Münchner...Foto: dpa

Der Dauerkonflikt zwischen der Lufthansa und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo droht zu eskalieren. Nachdem am Donnerstag ein weiterer Versuch für eine Mediation zwischen beiden Seiten und damit auch die Verständigung auf eine Schlichtung gescheitert war, kündigte Ufo am Freitag „deutlich ausgeweitete Maßnahmen“ an.

So soll ausreichend Druck zu erzeugt werden und damit die Lufthansa zu einer „ehrlichen Einlassungsbereitschaft“ bewegt werden. Der sogenannte Ufo-Beauftragte Nicoley Baublies ließ durchblicken, dass es um „drastische“ Schritte gehe. Wann und wo es zu neuen Ausständen der Flugbegleiter kommt, ist offen. Dem Vernehmen nach könnte es im Februar soweit sein. Bis Anfang des Monats gilt eine Friedenspflicht.

Baublies hat den Verdacht, dass der Lufthansa-Vorstand Ufo eigentlich loswerden will. „Das kann man so sagen“, antwortete er am Freitag auf die Frage, ob man von einem „Krieg“ gegen Ufo sprechen könne. Aus Lufthansa-Kreisen weist man dies zurück. Bis auf die Benennung der beiden Schlichter Frank-Jürgen Weise, dem ehemaligen Chef der Bundesagentur für Arbeit, und Matthias Platzeck, einst Ministerpräsident von Brandenburg, wurde allerdings bislang noch nichts erreicht.

Bei Lufthansa reibt man sich vor allem an der Person von Baublies. Dem ehemaligen Purser hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr wegen angeblichen Nebentätigkeiten gekündigt. Vor Gericht trifft man sich am 19. Februar.

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Beide Seiten wollen in der Mediation eigentlich Rechts- und nichttarifliche Fragen gütlich klären. Dazu gehört Baublies zufolge nicht seine eigene Auseinandersetzung mit Lufthansa. Es gehe unter anderem um Klagen der Airline gegen ehemalige und aktuelle Vorstände von Ufo, von der Airline angedrohte Disziplinarverfahren und um Schadensersatzforderungen einzelner Ufo-Mitglieder in siebenstelliger Höhe gegen Lufthansa. Wie es nun weitergeht, ist offen. In Lufthansa- Kreisen wird geklagt, dass Ufo bislang noch nie konkrete Forderungen schriftlich auf den Tisch gelegt habe.

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