Übernahme : Kampf um Repower ist offen

Der Ausgang des Übernahmekampfes um den Windanlagen-Hersteller Repower ist nach Ansicht des Vorstandes noch völlig offen. Mit Areva und Suzlon buhlen zwei Konzerne um die Hamburger Firma.

Frankfurt/Hamburg - Selbst eine Einigung beider Bieter sei denkbar, sagte Repower-Chef Fritz Vahrenholt bei der Bilanzvorlage. Der französische Atomkonzern Areva und die indische Suzlon-Gruppe buhlen seit Anfang des Jahres um Repower. "Beide Bieter sind aus unserer Sicht geeignet", sagte Vahrenholt. "Beide können uns beim Wachstum helfen." Der Vorstand erwarte, dass Arbeitsplätze und Produktionsstätten erhalten bleiben.

"Am besten wäre für die Gesellschaft, wenn beide ihre Stärken einbringen könnten", sagte Vahrenholt. Vorstand und Aufsichtsrat von Repower unterstützen am Dienstag das erhöhte Areva-Angebot. Der französische Atomkonzern hatte zuvor durch den direkten Kauf von Repower-Aktien zum Kurs von 140 Euro seinen Anteil an dem Hamburger Unternehmen auf mehr als 30 Prozent erhöht und muss nun allen anderen Aktionären diesen Preis anbieten. Areva überbot damit die indische Suzlon-Gruppe um 14 Euro je Aktie. "Bei dieser Differenz ist klar, dass wir dem Angebot Rechnung tragen müssen", sagte Vahrenholt. Das Suzlon-Angebot läuft am 20. April aus.

Schnelles Ende des Gefechts erwünscht

Für Repower sei es nicht wünschenswert, dass das Bietergefecht noch lange weitergehe, sagte Vahrenholt. Vom steigenden Preis der Aktien habe die Gesellschaft nicht viel. "Areva bietet die Attraktivität eines Großkonzerns mit erheblicher Finanzkraft", sagte der Repower-Vorstandschef. Der französische Atomkonzern habe weltweit Partner und gute Beziehungen. Suzlon tritt gemeinsam mit der portugiesischen Martifer-Gruppe an, die gut 25 Prozent an der Repower Systems AG hält. Mit der Suzlon-Gruppe könne vor allem der Zugriff auf knappe Bauteile wie Getriebe oder Flügel für Windräder sichergestellt werden.

Nachdem Repower 2006 die Gewinnzone erreicht hat, wurden am Mittwoch die Umsatzziele nach oben geschraubt. Für 2007 erwartet der Windanlagen-Hersteller ein Umsatzwachstum auf 650 Millionen Euro und einen Gewinnschub. Die Umsatzprognose für 2008 wurde auf mindestens 900 Millionen Euro erhöht. 2006 betrug der Konzernumsatz 458,8 Millionen Euro (Vorjahr: 328,1 Mio Euro). Das Konzernbetriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte 12,2 Millionen Euro gegenüber einem Minus von 4,3 Millionen Euro im Vorjahr. Nach Steuern gab es einen Gewinn von 7,1 Millionen Euro gegenüber einem Verlust von 6,8 Millionen ein Jahr zuvor. (tso/dpa)

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