• Unabhängigen Flugbegleiter Organisation: Lufthansa fordert von Gewerkschaft rund 800.000 Euro zurück

Unabhängigen Flugbegleiter Organisation : Lufthansa fordert von Gewerkschaft rund 800.000 Euro zurück

Lufthansa will von der Gewerkschaft UFO Gehälter für vier Jahre zurück. Die spricht von "unsäglichen Forderungen".

Ein Flugzeug der Lufthansa.
Ein Flugzeug der Lufthansa.Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Zwischen der Lufthansa und der UFO gibt es Krach um die Gehälter für die Spitze der Gewerkschaft: Die Airline fordert von der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) insgesamt rund 800.000 Euro zurück, weil unter anderem Gewerkschaftschef Nicoley Baublies jahrelang Gehalt bezogen habe, ohne Flugstunden zu leisten. UFO sprach von "abstrusen" Forderungen und warf der Lufthansa "falsches Spiel" vor, um die Arbeitnehmervertretung zu schwächen.

Konkret fordert die Fluggesellschaft für Baublies und einen weiteren Funktionär einen Ausgleich von über 500.000 Euro dafür, dass beide in den vergangenen vier Jahren vornehmlich mit Tarifverhandlungen statt mit Fliegen beschäftigt waren. Baublies sagte, er selbst solle zudem seine gesamten Bezüge für diese Zeit zurückzahlen. Außerdem will die Lufthansa Geld von dem früheren UFO-Vorsitzenden Alexander Behrens zurück. Zuerst hatte der "Spiegel" am Freitag darüber berichtet.

UFO spricht von "durchschaubarem Manöver"

Die Lufthansa teilte mit, Mitglieder der Gewerkschaft hätten über Jahre ein Gehalt erhalten, ohne Flugstunden geleistet zu haben und ohne dass ein Freistellungsauftrag für sie gestellt wurde. Sie leitete eine interne Untersuchung ein, um zu prüfen, warum die fehlerhaften Abrechnungen über Jahre nicht auffielen.

Funktionäre der UFO können von der Arbeit bei der Lufthansa für Gewerkschaftsaufgaben freigestellt werden. Die Gewerkschaft müsse hierfür aber einen Antrag stellen und das Gehalt für die Mitarbeiter durch einen funktionsabhängigen Pauschalbetrag erstatten, erläuterte die Lufthansa. In einigen Fällen sei das weder durch die Mitarbeiter noch durch die Gewerkschaft geschehen. Das Unternehmen habe daher die Freistellungen für die betreffenden Mitarbeiter für den Zeitraum von 2015 bis 2018 in Rechnung gestellt.

UFO sprach von einem "durchschaubaren Manöver", um die Gewerkschaft zu diskreditieren. Die Vorwürfe seien "ungerechtfertigt und juristisch nicht haltbar", sagte Baublies in einem Videobeitrag. Die Gewerkschaft stellte zudem mit Verweis auf die geltenden Tarifverträge klar, dass Funktionäre freizustellen sind, sobald es um Tarifarbeit für die Lufthansa geht. Dafür sei auch kein Antrag nötig, sagte Baublies AFP.

UFO sei bereit, sich "inhaltlich" über das Thema Freistellungen mit der Lufthansa auseinanderzusetzen, sagte Baublies - jedoch nicht über die Öffentlichkeit und mit derlei "unsäglichen Forderungen". Diesen "Versuch der Einflussnahme" werde die Gewerkschaft nicht tolerieren.

Der Anwalt von Behrens sagte dem "Spiegel": "Wir werden die Vorwürfe umfänglich aufarbeiten und zeigen, dass nicht eine einzelne Person an den Pranger gestellt gehört." Es gebe "politische Hintergründe innerhalb des UFO-Vorstandes". Sie seien Auslöser für diese "gezielten Anschuldigungen". (AFP)

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