Venezuela : Neue Kryptowährung "Petro" soll Devisen bringen

Angeblich abgesichert durch die Ölreserven des südamerikanischen Landes hat Venezuela mit dem Verkauf von Kryptowährung begonnen.

Hand angelegt: Venezuelas Präsident Nicolas Maduro mit einem Computer, der quasi als Bitcoin-Rechenzentrum fungiert.
Hand angelegt: Venezuelas Präsident Nicolas Maduro mit einem Computer, der quasi als Bitcoin-Rechenzentrum fungiert.Foto: Marco Bello/Reuters

Venezuela hat eine neue digitale Währung in Umlauf gebracht. Am Dienstag (Ortszeit) begann der Vorverkauf der Kryptowährung „Petro“, mit der das südamerikanische Land der kriselnden Wirtschaft neuen Atem einhauchen will, wie die Zeitung „El Nacional“ in ihrer Onlineausgabe berichtete. Ziel der Regierung ist es, 100 Millionen Petro auf den Markt zu bringen. Anfänglich kostete ein Petro 60 US-Dollar, entsprechend dem aktuellen durchschnittlichen Wert von einem Barrel venezolanischen Erdöls.

Die linksnationalistische Regierung Venezuelas beteuerte, dass der Petro mit den immensen Ölreserven des Landes abgesichert werde. „Venezuela ist das erste Land mit einer eigenen Kryptowährung, die mit nationalen Bodenschätzen abgesichert ist“, erklärte Venezuelas Vizepräsident Tareck El Aissami. Die venezolanische Währung Bolívar leidet im Zuge der Wirtschaftskrise und rigider Devisenkontrolle unter einer Entwertung um mehrere tausend Prozent.

USA warnen vor Investitionen in den "Petro"

Präsident Nicolás Maduro kündigte zudem an, mit der neuen digitalen Währung die US-Wirtschaftssanktionen zu umgehen. „Damit werden neue Möglichkeiten für internationale Finanzierung geschaffen, die in die wirtschaftliche und soziale Entwicklung Venezuelas fließen wird“, erklärte Maduro.

Allerdings warnten die USA davor, in den Petro zu investieren, da dies eine Verletzung der US-Richtlinien darstelle. Kritiker der Maßnahme bezweifeln, dass es Venezuela mit der Ausgabe des Petro gelingen wird, die dringend benötigten Devisen zu erwirtschaften. Mangels internationaler Kaufkraft herrscht in Venezuela seit Monaten eine akute Versorgungskrise, die vor allem Medikamente und bestimmte Lebensmittel betrifft.

Weltweit gibt es bereits über 100 digitale Währungen, von denen der Bitcoin am meisten verbreitet ist. Kryptowährungen werden nicht von Zentralbanken herausgegeben, sondern von vernetzten Computern und den Nutzern des digitalen Geldes verwaltet. (epd)

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