Crowd Lending: Kredit vom Kleinanleger

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Verdienen mit Fintechs : Geld aus dem Netz

Firmen wie Privatleute bekommen längst nicht mehr nur bei der Bank einen Kredit. Im Netz stellen ihnen auch Kleinanleger Geld zur Verfügung. Weil hinter einem Kredit eine Gruppe von Anlegern (die Crowd) steht, wird das Risiko gestreut. Crowdlending nennt sich das Konzept. Für Anleger ist es interessant, weil sie hohe Zinsen bekommen. Je nach Risiko sind zwischen zwei und 15 Prozent im Jahr drin. Dafür droht im schlimmsten Fall allerdings der Totalverlust: Kann der Kreditnehmer das Geld nicht zurückzahlen, ist es futsch. Bei Auxmoney, einem der größten Anbieter in Deutschland, liegt die Ausfallquote nach eigenen Angaben bei etwa drei Prozent. Damit Anleger ihr Risiko einschätzen können, prüfen die Plattformen vorab die Bonität der Kreditnehmer und veröffentlichen sie.

Wählen können Verbraucher im Netz zwischen zwei Arten von Krediten: Beim Peer-to-Peer-Lending geben Privatleute anderen Privatleuten Kredit – das ist über Plattformen wie Smava, Auxmoney oder Lendico möglich. Beim Peer-to-Business-Lending leihen die Anleger das Geld Firmen, zum Beispiel über Anbieter wie Zencap oder Funding Circle.

Neben dem Crowdlending gibt es noch zwei ähnliche Konzepte: Beim Crowdinvesting beteiligen sich die Anleger an Start-ups – in der Regel für mehrere Jahre. Dafür werden sie am Gewinn beteiligt. Möglich ist das über Plattformen wie Companisto oder Bergfürst. Beim Crowdfunding stellen Anleger dagegen Firmen oder Privatpersonen Geld für konkrete Projekte zur Verfügung. Sind die realisiert, bekommen sie ihr Geld samt Rendite zurück oder erhalten das fertige Produkt. Plattformen dafür sind zum Beispiel Startnext oder Visionbakery.

Gemein ist all diesen Angeboten: Sie sind riskant. Wer dennoch investieren will, sollte daher nie zu viel Geld auf ein Projekt oder ein Unternehmen setzen – sondern es lieber streuen.

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