Mit dem Golf VII beginnt ein neues Produktionszeitalter im VW-Konzern.

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Volkswagen : Weltpremiere in Berlin

Ein bisschen revolutionär ist jedoch die Gewichtsreduzierung. VW stoppt einen Trend der vergangenen Jahrzehnte, als die Autos immer mehr Ausstattung bekamen, sicherer wurden, stärker und komfortabler, aber eben auch schwerer. Der Golf VII ist nun bis zu 100 Kilogramm leichter, vor allem bei der Karosserie wurde mit neuer Technik abgespeckt. Die Stahlbleche werden auf 1000 Grad erhitzt und dann umgeformt; das ermöglicht eine höhere Dichte und im Ergebnis eine dünnerer, leichtere Karosserie. Und da der Verbrauch eines Autos zu rund einem Viertel vom Gewicht abhängt, ist das für den Fahrer Geld wert. Der Benziner schluckt nach Konzernangaben knapp fünf Liter auf 100 Kilometer, der Diesel bleibt sogar unter vier. Der 1,6 TDI BlueMotion stößt damit noch 99 Gramm CO2 pro Kilometer aus, 20 Gramm weniger als das Vorläufermodell.

Das klingt gut – und enttäuscht doch Umweltorganisationen wie Greenpeace, aber auch den Duisburger Automarktexperten Ferdinand Dudenhöffer, der „Mut zu alternativen Antrieben“ vermisst. Hybrid, Elektromotor und ein Erdgasmodell gibt es im Golf VII erst im nächsten Jahr. „VW vergibt mit den traditionellen Motorisierungen die Chance, gesellschaftliche Werte und Nachhaltigkeit stärker mit dem Golf in Verbindung zu bringen“, sagt Dudenhöffer. Und das zwölf Jahre nachdem Toyota mit dem ersten Hybrid auf den deutschen Markt kam. Doch auch der klassische Verbrennungsmotor hat reichlich Sparpotenzial: Über alle Motorvarianten hinweg verbrauchen die neuen Modelle im Schnitt 14 Prozent weniger.

Mit dem Golf VII beginnt ein neues Produktionszeitalter im VW-Konzern. In den nächsten Jahren sollen sich rund 40 Modelle und jährlich 3,5 Millionen kompakte Autos der Marken VW, Audi, Seat und Skoda aus dem „modularen Querbaukasten“ mit gleichen Teilen bedienen. Dazu gehören Fahrzeugboden, Motor, Achsen und Getriebe. Die riesigen Stückzahlen könnten die Kosten um bis zu ein Fünftel reduzieren. In Wolfsburg und Zwickau hat die Produktion des neuen Golf begonnen, demnächst geht es im chinesischen Changchung los.

Beim Händler steht das Auto im November, zu einem Einstiegspreis von rund 17 000 Euro. Dafür gibt es dann auf dem Rücksitz 1,5 Zentimeter mehr Beinfreiheit, und im Schulterbereich haben die Mitfahrer 3,5 Zentimeter mehr Platz. Auch der Kofferraum ist größer, doch auffälliger sind Sicherheitsfeatures: von der automatischen Distanzregelung bis zur radargestützten Notbremsfunktion. Das alles wird dazu beitragen, dass der Golf VII ein paar Millionen Käufer in aller Welt findet. Und vielen Menschen die Existenz sichert: Inklusive Zulieferern hängen 50 000 Arbeitsplätze am Golf.

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