Wie die Börsenkandidaten aufgestellt sind

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Von Uber bis Airbnb : Welche US-Techkonzerne 2019 an die Börse gehen
Das Logo des Tourismuskonzerns Airbnb.
Das Logo des Tourismuskonzerns Airbnb.Foto: promo

Airbnb

2008 hatten Brian Chesky und Joe Gebbia die Idee, drei Luftmatratzen aufzustellen und sie inklusive Frühstück zu vermieten. Daraus wurde Air, Bed and Breakfast, also Airbnb. Aus der Schlafplatzbörse ist inzwischen ein Tourismuskonzern mit fünf Millionen gelisteten Unterkünften, 150 Millionen vermittelten Zimmern in 191 Ländern, 2,6 Milliarden Dollar Umsatz (2017) und etwa 100 Millionen Dollar Gewinn geworden. Auch 2018 soll Airbnb profitabel gewesen sein – im dritten Quartal konnten erstmals mehr als eine Milliarde Dollar binnen drei Monaten umgesetzt werden. Vor dem Börsengang wird der Wert des Unternehmens bei etwa 31 Milliarden Dollar gesehen. Dieser war bereits 2018 geplant gewesen, aber wegen interner Auseinandersetzungen abgeblasen worden. In vielen großen Städten verspürt Airbnb zunehmend Gegenwind, weil Stadtverwaltungen gegen die gewerbliche Kurzzeitvermietung vorgehen. Insgesamt vermittelt Airbnb Zimmer in 81000 Städten.

Pinterest

250 Millionen Menschen weltweit nutzen Pinterest. Das 2010 gegründete US-Unternehmen ist eine Art visuelle Suchmaschine, die Usern die Möglichkeit bietet, aus einem Pool von 175 Milliarden mit Daten hinterlegten Bildern, kreative Ideen zu ziehen und auf Pinnwände zu stellen. Wertschöpfung erzielt Pinterest aus Werbe-Pins von Unternehmen. Der Börsengang könnte bereits für April geplant sein. Konkrete Geschäftszahlen veröffentlicht Pinterest derzeit noch nicht. 2019 könnte das Unternehmen seinen Umsatz Schätzungen zufolge auf etwa eine Milliarde steigern. Der Wert wird insgesamt auf 13 bis 15 Milliarden Dollar geschätzt. Den Börsengang sollen Insidern zufolge die beiden US-Banken Goldman Sachs und JP Morgan Chase betreuen. Bis zu 1,5 Milliarden Dollar könnte Pinterest dabei an neuem Kapital ins Unternehmen holen. Pinterest versteht sich nicht als soziales Netzwerk, sondern ausdrücklich als Ideenplattform, die dazu inspirieren soll, offline zu gehen.

Lyft und Uber

Zehn Milliarden Mal ist ein Mensch seit 2009 schon mit Uber gefahren. Rund drei Millionen Fahrer in 65 Ländern sind für den Taxidienst unterwegs. Das kalifornische Unternehmen hatte immer wieder mit Führungschaos, rechtlichen Streitereien und diversen Skandalen rund um die Fahrer gerungen. Inzwischen benötigen die Privatchauffeure vor allem in Europa eine Personenbeförderungslizenz. Zudem diversifiziert Uber verstärkt in andere Gebiete, etwa autonomes Fahren, Essens- und Frachttransport. 2018 fuhr Uber ein Minus von 1,8 Milliarden Dollar ein, der Umsatz stieg um 43 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Gewinne werden frühestens 2022 erwartet. Größter Einzelaktionär ist aktuell die japanische Softbank. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde wurde Uber mit 78 Milliarden Dollar bewertet. Auch Uber-Konkurrent Lyft will an die Börse. Bisher ist das 2012 gegründete Unternehmen nur in den USA und in Kanada verfügbar, hat dort einen Marktanteil von 40 Prozent. Seine Finanzdaten hält Lyft noch geheim. Die Bewertung soll zwischen 20 und 30 Milliarden Dollar liegen. Beide Unternehmen wollen noch im ersten Halbjahr an die Börse, ein Zeitplan liegt jedoch nicht vor.

Das Logo des Kommunikationsdienstes Slack.
Das Logo des Kommunikationsdienstes Slack.Foto: promo

Slack

Im zweiten Quartal 2019 will der US-Messenger- und Kommunikationsdienst Slack an die Börse. 2009 gegründet bietet Slack Nachrichtenaustausch und Unternehmensorganisation über „Channels“. 10 Millionen Kunden nutzen Slack täglich, etwa 85000 Unternehmen sind Kunden. Ein Account ist in einer Basisversion gratis. Mit seinem Freemium-Modell, das bei Nutzung aller Funktionen pro Person und Monat ab 11,75 Euro kostet, will Slack dieses Jahr 640 Millionen Dollar umsetzen. Der Marktwert wird vor dem Börsengang auf etwa sieben Milliarden Dollar geschätzt – wenn es tatsächlich an die Börse geht, könnte Slack sogar auf eine Bewertung von zehn bis 13 Milliarden Dollar kommen. Slack plant ein sogenanntes Direct Listing ohne zwischengeschaltete Banken. Das senkt zwar die Kosten, hat aber für den Anleger den Nachteil, dass kein öffentliches Preisbildungsverfahren stattfindet, sondern neue Investoren nur Aktien kaufen können, die Altaktionäre verkaufen.

WeWork

Microsoft, Adidas, die Allianz, Facebook oder Blackrock gehören zu den Kunden von WeWork. In aktuell 33 Ländern gestaltet und vermarktet WeWork Leihbüros oder Arbeitsplätze für Unternehmen, die mit bestimmten Services und Benefits verknüpft sind. Aktuell stehen etwa 930000 Quadratmeter Bürofläche unter Vertrag, in Berlin hat das US-Unternehmen etwa Büroflächen am Potsdamer Platz angemietet. Das 2010 gegründete WeWork sieht sich mit seinen 6000 Mitarbeitern, die seit Sommer 2018 nur noch vegetarische Kost erhalten, nicht als Immobilienfirma, sondern als Techplattform für effektives Büromanagement und als Gemeinschaft, die die Welt verändern will. Ziel sei es, „eine Google Analytics der Bürowelt“ zu werden und optimale Arbeitsplätze zu schaffen, so WeWork. Größter Investor ist die japanische Softbank, die gerade gegen neue Anteile weitere zwei Milliarden Dollar zugeschossen hat. Der Umsatz soll zwei Milliarden Dollar erreichen, die Bewertung könnte aktuell bei bis zu 45 Milliarden Dollar liegen – eine Summe, die bei Investoren aber zunehmend Fragezeichen hinterlässt. Die Verluste liegen bei deutlich mehr als einer Milliarde pro Jahr und sollen sich zuletzt erhöht haben.

Palantir

Das Mastermind hinter dem US-Konzern Palantir ist Peter Thiel, der auch bereits PayPal mitbegründet hatte. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Analyse großer Datenmengen, hat mit Palantir Gotham eine Software zur Bekämpfung von Betrug und Terrorismus entwickelt und mit Palantir Metropolis Programme zur Integration und Analyse großer Datenmengen. Zu den Kunden zählen CIA, NSA und FBI, viele zivile staatliche Organisationen sowie Hedgefonds, Banken, das Land Hessen oder auch Unternehmen wie Airbus, wo Palantir-Software die in großen Mengen anfallenden Messdaten von Flugzeugen analysiert. Den Firmennamen hat der Fantasy-Fan Thiel aus der Herr-der-Ringe-Saga übernommen, wo ein Palantir ein mächtiger „sehender Stein“ ist. Das Unternehmen, dem angesichts seines Geschäftsmodells der Ruf eines Geheimniskrämers anhängt, hat bisher kaum Zahlen veröffentlicht. 2018 soll der Umsatz bei etwa 750 Millionen Dollar gelegen haben. Mit dem Börsengang, bei dem Palantir mit einer Bewertung von rund 41 Milliarden Dollar an den Start gehen könnte, wird im zweiten Halbjahr 2019 gerechnet. (moc)

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