Vorwürfe gegen Matratzenhersteller : Stiftung Warentest kritisiert "Mondpreise"

21 Taschenfederkernmatratzen im Test: Gute gibt es ab 150 Euro, teure Anbieter schneiden eher schlecht ab. Vermeintliche Rabatte dienen als Verkaufsmasche.

Riesiges Angebot: Der Matratzenkauf ist eine Wissenschaft für sich. Glaubt man der Stiftung Warentest, ist der Preis aber nicht das ausschlaggebende Kriterium.
Riesiges Angebot: Der Matratzenkauf ist eine Wissenschaft für sich. Glaubt man der Stiftung Warentest, ist der Preis aber nicht...Foto: Christin Klose/dpa-mag

Mondpreise und Werbeversprechen, die nicht eingelöst werden: In ihrem jüngsten Matratzentest erhebt die Stiftung Warentest schwere Vorwürfe gegen die Hersteller von Matratzen. So werde die Taschenfederkernmatratze Bora Pure 55 von Schlaraffia in Geschäften gern mit einem Normalpreis von 649 Euro beworben, verlangt werde dieser Preis aber so gut wie nie. Faktisch gebe es die Matratze für 299 bis 549 Euro, schreibt die Stiftung Warentest im jüngsten Test-Heft (März/2019). "Der Mondpreis dient offenbar nur dazu, einen großen Rabatt vorzugaukeln", vermuten die Verbraucherschützer.

Eine Masche, die sie auch bei anderen Matratzen festgestellt haben. So sei die Matratze von Springs and Foam Hilding in Onlineshops für 149 Euro statt der durchgestrichenen 499 Euro angeboten worden, auch die Malie Leonie habe in der Online-Recherche 165 Euro und nicht 319 Euro gekostet. Nicht nur die Stiftung Warentest auch Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW hat Zweifel an den vermeintlichen Rabatten. Faktisch sei nicht nachvollziehbar, ob der vermeintlich teurere Preis jemals verlangt wurde, gibt der Verbraucherschützer zu bedenken.

Teure Matratzen schneiden eher schlecht ab

Tatsächlich können Matratzenkäufer getrost zu preisgünstigen Angeboten greifen. Was die Stiftung Warentest regelmäßig in ihren Matratzentests herausfindet, gilt auch für die jüngste Untersuchung. Dieses Mal haben die Tester 21 Federkernmatratzen unter die Lupe genommen. Etwa jeder vierte Bundesbürger schläft auf solchen Modellen. In ihrem Innern sind hunderte Stahlfedern in kleinen Fließstoff-Säckchen eingeschweißt. Die Federn geben nur nach, wenn Druck auf ihnen lastet, die Punktelastizität ist gut. Besonders geeignet sind die Matratzen für Menschen, denen schnell warm wird.

Das sind die Testsieger

Testsieger mit jeweils "guten" Urteilen sind die Matratzen von Hn8 (189 Euro) und MFO für 278 Euro, die billigste gute Matratze kommt von Springs and Foam für 150 Euro. Nur befriedigend schneiden die teureren Markenprodukte von Badenia (370 Euro), Beco (350 Euro) und Schlaraffia (435 Euro) ab.

Die Werbeversprechen von Schlaraffia hätten sich nicht erfüllt, kritisieren die Tester. Angeblich biete die Matratze eine "extra Schulterkomfortzone und "Massageeffekt" durch den 7-Zonenaufbau. Doch für Seitenschläfer stimmen diese Versprechen nicht, hat die Stiftung Warentest herausgefunden. Wenn man auf der Seite schläft, sinken die Schultern nicht tief genug ein. Rückenschläfer sind dagegen auf dem Modell tatsächlich gut gebettet.

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