Zeit für den Wechsel : Wie Sie bei der Autoversicherung Geld sparen

Wer jetzt Tarife vergleicht und wechselt, kann viel bei der Autoversicherung sparen. Worauf Verbraucher dabei achten sollten.

Gefährliche Begegnung: Wer sich mit Wild die Straße teilt, muss bremsen. Wenn das nicht klappt, hilft nur noch eine gute Kaskoversicherung.
Gefährliche Begegnung: Wer sich mit Wild die Straße teilt, muss bremsen. Wenn das nicht klappt, hilft nur noch eine gute...Foto: lassedesignen - stock.adobe.com

Es wird wieder Zeit für den Wechsel. Wer verhindern will, dass sich seine Autoversicherung einfach um ein weiteres Jahr verlängert, muss jetzt aktiv werden. Bis zum 30. November muss die Kündigung bei der Versicherung sein, wenn man zu einer günstigeren Gesellschaft gehen will. Sinnvoll ist das für all diejenigen, die einen teuren Tarif haben.

Nach aktuellen Preisvergleichen (Finanztest 11/2017) der Stiftung Warentest lassen sich im Extremfall über 1500 Euro im Jahr sparen. So kostet eine Haftpflichtversicherung mit Teilkaskoschutz für eine 19-jährige Fahranfängerin bei der Baden Badener 1183 Euro im Jahr, der teuerste Anbieter im Test, dessen Namen die Verbraucherschützer aber nicht nennen, verlangt 2852 Euro. Ein 70-jähriger Rentner, der einen Rundumschutz inklusive Vollkasko wünscht, bekommt diesen bereits für 635 Euro im Jahr bei der WGV, kann aber auch 1223 Euro zahlen, wenn er beim falschen Versicherer ist. Ein 48-jähriger Familienvater aus Berlin kann eine Haftpflichtversicherung plus Teilkasko für 395 Euro Jahresprämie bei HDI, aber auch für 983 Euro beim kostspieligsten Anbieter abschließen.

Reicht die Haftpflicht?

Am Anfang der Suche steht die Frage: Welchen Schutz braucht man eigentlich? Gesetzlich vorgeschrieben ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Sie deckt die Schäden der Unfallopfer, falls man einen Unfall verursacht. Wer ein altes Auto fährt, braucht keine weitere Absicherung als diese Pflichtversicherung. Günstige Anbieter sind nach dem Test der Stiftung Warentest: Baden Badener (Tarif „Komfort“), DA Deutsche Allgemeine („Komfort“) und Huk24 („Classic“).

Wer braucht eine Kaskoversicherung?

Der Abschluss einer Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung ist freiwillig. Die Kaskoversicherung deckt Schäden am eigenen Auto. Welche Variante man wählt, hängt davon ab, welchen Schutz man möchte und wie teuer das eigene Auto ist. Für gute Gebrauchtwagen sollte man eine Teilkaskoversicherung abschließen. Sie deckt Schäden durch Diebstahl, Brand, Wild, Sturm, Hagel und Überschwemmung und kostet im Schnitt rund 90 Euro im Jahr. Wer einen teuren Neuwagen fährt, ist mit der Vollkaskoversicherung besser bedient. Für einen Aufpreis von rund 300 Euro im Jahr bezahlt sie auch Reparaturen am eigenen Auto nach selbst verschuldeten Unfällen und Vandalismus.

Was sollte die Teilkasko abdecken?

Bei einer Teilkaskoversicherung sollten auch Marderbisse und durch Marderbisse verursachte Folgeschäden am Auto versichert sein. Bei Unfällen mit Tieren sollten nicht nur – wie üblich – Wildschweine, Hirsche oder Rehe, sondern auch Kühe, Hunde und andere Säugetiere einbezogen sein, rät die Stiftung Warentest. Preiswerte Anbieter von Teilkaskoversicherungen sind nach den Recherchen der Verbraucherschützer die Baden Badener, DA Deutsche Allgemeine. Jüngere Kunden fahren auch mit Allsecur, Axa Easy, Huk24 und der Sparkassen Direktversicherung gut.

Welche Vollkaskopolicen sind gut?

Wer einen Rundumschutz für das Auto sucht, sollte nicht an der falschen Stelle sparen, meinen die Verbraucherschützer. Ihr Tipp: Wählen Sie einen Tarif, in dem der Versicherer auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichtet. Denn sonst läuft man Gefahr, bei Fahrfehlern leer auszugehen. Zudem ist es sinnvoll, eine Police zu unterschreiben, die zwölf Monate lang einen Ersatz des Neuwerts und nicht, wie meist angeboten, des geringeren Zeitwerts bietet. Günstige Vollkaskotarife können 20-Jährige bei Allsecur, Huk24, Huk-Coburg Allgemeine und der Sparkassen Direktversicherung abschließen, empfiehlt die Stiftung Warentest. Für Ältere hat Verti gute Angebote.

Wie kann man sparen?

Wer ein gutes Angebot gefunden hat, kann die Prämie eventuell noch drücken, indem man etwa in der Kaskoversicherung einen Tarif mit Werkstattbindung wählt. Verpflichtet man sich, eine Werkstatt zu nehmen, die der Versicherer vorgibt, kann das die Versicherung um bis zu ein Fünftel verbilligen. Auch Angehörige des öffentlichen Dienstes bekommen oft Rabatt. Fahranfänger sind gut beraten, ihr Auto beim Versicherer der Eltern anzumelden. Wer nur wenig fährt und sich das in den Vertrag hineinschreiben lässt, fährt ebenfalls günstiger.

Mit einem Rabattschutz verhindern Sie, in der Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung nach einem selbst verschuldeten Unfall zurückgestuft zu werden, allerdings zahlt man dafür einen Preisaufschlag von 20 bis 25 Prozent. In alten Autoversicherungen und einigen neuen Policen gibt es – ohne Aufpreis – den Rabattretter, der ähnlich funktioniert. Tipp der Stiftung Warentest: Wer einen solchen Rabattretter hat, sollte nur dann den Anbieter wechseln, wenn der neue Vertrag inklusive Rabattschutz günstiger ist.

Generell gilt: Manchmal muss man gar nicht zu einem neuen Versicherer umziehen. Checken Sie, wie viel Sie woanders sparen könnten und verhandeln Sie dann mit Ihrem bisherigen Anbieter: Oft geht der dann mit dem Preis herunter.

Warum gibt es Unterschiede in einer Stadt?

Der Preis einer Autoversicherung hängt von vielen Faktoren ab – auch vom Wohnort. Eine Untersuchung des Internetvergleichsportals Check24 zeigt: Je nach Postleitzahl variiert der Preis für eine Kfz-Versicherung in Berlin um bis zu 18 Prozent. Im extremsten Fall können das bis zu 170 Euro Differenz im Jahr sein – bei ansonsten identischen Vertragsangaben (siehe Karte). Teuer ist es vor allem, wenn man in Mitte wohnt. „In Gebieten mit höherer Verkehrsdichte kommt es zu mehr Unfällen“, schreibt Check24 zur Begründung, „dadurch wird die Kfz-Versicherung teurer“. Was tun? Umziehen, etwa nach Köpenick oder Wannsee. Oder umsteigen, auf S-, U-Bahn und den Bus.

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