Auf dem Weg zur Exzellenzkrone : Berliner Unis und Charité reichen Verbundantrag ein

Jetzt wird es richtig spannend für die Berliner Wissenschaft: Die Berlin University Alliance hat ihren Verbundantrag in der Exzellenzstrategie eingereicht.

Berliner Unis stellen ihren Verbundantrag an der TU Berlin öffentlich vor.
Zusammenrücken. Die Chefs der Unis und der Charité gaben 2017 Einblicke in den künftigen Verbundantrag - jetzt haben sie ihn...Foto: Michael Setzpfandt/TU Berlin

Die Berliner Universitäten wollen „gemeinsam Grenzen überwinden“. Das ist die Kurzformel für den Verbundantrag, den die Freie Universität, die Humboldt-Universität, die Technische Universität und die Charité am Montag beim Wissenschaftsrat in Köln eingereicht haben. Unter dem für die internationalen Gutachter in der Exzellenzstrategie auf Englisch formulierten Titel „Berlin University Alliance – Crossing Boundaries toward an Integrated Research Environment“ treten die vier Partnerinnen an, um bis zum 19. Juli kommenden Jahres gemeinsam die Exzellenzkrone zu erringen.

Wie wollen die Berliner Partnerinnen „Grenzen in Richtung eines integrierten Forschungsraums überwinden“? Allzu viel Neues wird in der gemeinsamen Pressemitteilung nicht verraten. Die Stärken der einzelnen Häuser sollen gebündelt und vernetzt werden, um „neue wissenschaftliche Potenziale“ hervorzubringen. In den Forschungskooperationen soll es um „gesellschaftliche Herausforderungen von globaler Bedeutung“ gehen.

Sie wollen um Vertrauen in die Wissenschaft werben

Dabei will man – angesichts eines „Vertrauensverlusts in Ergebnisse der Wissenschaft“ – den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ausbauen. Ziel sei es, „das Verständnis für wissenschaftliche Arbeit und Erkenntnisse“ zu befördern. Grundlage dafür soll eine gemeinsame „Agenda für die Entwicklung und Förderung von Qualität, Integrität und Glaubwürdigkeit von Forschung“ sein.

Hervorgehoben wird auch, dass die drei Unis und die Charité Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern „einzigartige Karrierewege in eng vernetzten Strukturen“ eröffnen wollen. Dafür werde man „Ressourcen noch intensiver teilen als bisher“. Davon war auch schon vor eineinhalb Jahren die Rede, als der künftige Verbundantrag einmalig öffentlich diskutiert wurde.

In den bisherigen Runden der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern waren 2007 und 2012 die Freie Universität und 2012 die Humboldt als Eliteunis gekürt worden. Mit der millionenschweren Förderung konnten sie ihre „Zukunftskonzepte“ auf dem Weg zu international konkurrenzfähigen Forschungsuniversitäten umsetzen. In der Fortsetzung des bundesweiten Wettbewerbs als Exzellenzstrategie können erstmals nicht nur einzelne Unis, sondern auch Verbünde antreten. Diesen Weg haben die drei großen Berliner Universitäten und die Universitätsmedizin Charité seit 2016 eingeschlagen. Als weiterer Verbund treten die Universität Hannover und die dortige medizinische Hochschule an. Darüber hinaus haben sich 17 einzelne Universitäten für den Wettbewerb qualifiziert.

Im Februar kommen schon die Gutachter

Formal möglich wurde die gemeinsame Bewerbung als Berlin University Alliance, nachdem die vier Partnerinnen im September dieses Jahres gemeinsam sieben Exzellenzcluster errungen hatten. Diese großen, interdisziplinären Forschungsvorhaben sind die erste, grundlegende Disziplin der Exzellenzstrategie. Einzelne Unis brauchten mindestens zwei Cluster, um auch als Exzellenzuni anzutreten, Verbünde brauchten mindestens drei Cluster. Sie werden bereits ab dem 1. Januar 2019 für zunächst sieben Jahre mit jährlich bis zu zehn Millionen Euro gefördert.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister und Senator für Wissenschaft und Forschung, zeigt sich zuversichtlich. Die Berlin University Alliance habe die besten Voraussetzungen, ihre Zusammenarbeit „mit der Vision eines integrierten Forschungsraums und mit innovativen Maßnahmen auf eine völlig neue Ebene zu stellen“, erklärte Müller am Montag. Dafür sicherte er dem Verbund erneut „die volle Unterstützung des Landes“ zu. Auch Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach sieht eine „exzellente Basis“ für den Verbundantrag. Die Universitäten und die Charité hätten „eine intensive einrichtungsübergreifende Kooperationskultur entwickelt und dabei ihre Profile nachhaltig geschärft“.

Im Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses war am Montag zu erfahren, dass die Begehung zum Berliner Verbundantrag Ende Februar stattfindet. Aufregende Zeiten also für alle Beteiligten, bis im Sommer die Entscheidung fällt.

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