Berlin vor der Exzellenz-Entscheidung : Sekt oder Selters in der Urania

Ob's eine Party wird, wenn sich die Unichefs und viele andere aus Berlins Wissenschaft am Freitag in der Urania treffen, ist offen. Motto: Sekt oder Selters.

Vier Berliner Unis-Chefs im Porträt.
Die Playlists stehen. FU-Chef Ziegler (links) und Charité-Boss Einhäupl (Mitte) legen im Erfolgsfall für Sabine Kunst (HU) und...Foto: Martin Ibold/HU Berlin

Schaffen es die drei großen Berliner Universitäten und die Charité, gemeinsam die Exzellenzkrone zu erringen? Die endgültige Entscheidung im milliardenschweren Bund-Länder-Wettbewerb für die deutschen Unis fällt am Freitagnachmittag im Wissenschaftszentrum in Bonn. Wie es ausgeht, verfolgen die Berliner Finalistinnen, die als einer von zwei Uni-Verbünden antreten, gemeinsam bei einem Public Viewing in der Urania. Party-Motto: "Sekt oder Selters".

Um 16 Uhr soll die Übertragung der Pressekonferenz mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek aus Bonn beginnen. Spannend ist allein schon, ob der Live-Stream über den YouTube-Kanal des Wissenschaftsrats stabil sendet oder wegen Überlastung zusammenbricht. Die Adresse für Alle zum Mitgucken lautet ganz virtuell www.wissenschaftsrat.de, denn die Party der „Berlin University Alliance“ in der Urania ist 600 geladenen Gästen aus Unis, Fachhochschulen und Wissenschaftsorganisationen vorbehalten.

Uni-Specherin: Wir treffen uns und feiern so oder so

Party? Und was ist, falls der Berliner Antrag in Bonn durchfällt? „Wir treffen uns und feiern so oder so“, sagt Stefanie Terp, die Sprecherin der TU Berlin ist und das Public Viewing mit ihrem Team organisiert. Wird es eine Siegesfeier, bitten Alliance-Sprecher und FU-Präsident Günter M. Ziegler, TU-Vize Angela Ittel, Noch-Charité-Chef Karl Max Einhäupl und Staatssekretär Steffen Krach mit Lieblingssongs nach ihren Playlists zum Tanz.

Zu feiern gäbe es die große Berliner Uni-Verschwesterung und jährlich 28 Millionen Euro Fördergeld vom Bund und aus einem 25-prozentigen Berliner Anteil. So viel käme im Erfolgsfall zu den 348 Millionen Euro hinzu, die Berlin sieben Jahre lang für seine im September 2018 gewonnenen sieben großen Forschungsvorhaben (Exzellenzcluster) erhält.

„Wenn wir gewinnen, wird es eine tolle Party, wenn wir verlieren, haken wir uns unter und sprechen uns gegenseitig Mut zu“, sagt Stefanie Terp. Schließlich wollten die Schwesterunis „auf alle Fälle weitermachen und auf dem aufbauen, was wir seit 2016 gemeinsam erarbeitet haben“. Die University Alliance macht also auch ohne Krone weiter.

FU-Chef Ziegler weiß schon, was er spielen würde

Unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs hat der Regierende Wissenschaftssenator versprochen, dass der Berliner Univerbund für seine Großprojekte etwa zum Klimawandel und zum sozialen Zusammenhalt sowie für teure Spitzen-Professuren jährlich sechs Millionen Euro vom Land bekommt.

Müller und sein Staatssekretär Krach, die tagsüber in Bonn mitverhandeln, sollen am Abend einfliegen und in der Urania dazukommen. Einen Hit, den er wirklich gerne spielen würde, hat FU-Chef Ziegler vorab verraten: „First we take Manhattan, then we take Berlin“ von Leonard Cohen.

Von Müller twitterte die University Alliance am Donnerstagnachmittag eine eher hoffnungsfroh klingende Grußbotschaft und Bitte in die Runde: "Alle zusammen noch mal Daumen drücken, dass es klappt am Freitag und wir dann auch wirklich feiern." Berlin habe "alle Chancen, wirklich erfolgreich abzuschneiden". Dafür habe man "gemeinsam in den letzten Jahren wirklich toll gearbeitet und einen hervorragenden Antrag abgegeben", sagte der Regierende. "Und ich bin mir ganz sicher, dass es auch alle begeistern wird."

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Doch so schön der gläserne Wissenstempel der Urania auch als Party Location sein mag: Das künftige Hauptquartier der University Alliance entsteht im Robert-Koch-Forum an der Wilhelmstraße in Mitte, das dafür aufwändig saniert wird.

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