Berliner Institut für Gesundheitsforschung : Was BIG und MDC verbindet

Berliner Institut für Gesundheitsforschung: Der wissenschaftliche Beirat mahnt eine enge Zusammenarbeit mit dem MDC auch nach Charité-Integration an.

Das BIG soll in die Charité integriert werden.
Das BIG soll in die Charité integriert werden.Foto: imago/Olaf Selchow

Am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIG) geht die Sorge um, dass unter einer Integration in die Charité die Zusammenarbeit mit den Grundlagenforschern vom Max-Delbrück-Centrum leiden könne. Zwar sei eine Integration in die Charité, wie sie jetzt angestrebt wird, prinzipiell ein „sinnvoller Ansatz“, sagte Stefanie Dimmeler, die Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des BIG, dem Tagesspiegel. „Es muss aber eine Struktur geben, die beide Teile mitnimmt.“

Ohne gezielte Vorgaben, etwa institutionalisierte gemeinsame Schwerpunkte, sei eine Kooperation von Klinikern der Charité und Grundlagenforschern am MDC schwer zu organisieren. Genau das aber sei ja das Ziel des BIG und mache es so einzigartig, sagte Dimmeler. Sie drängt den Bund und das Land, bald zu einem Abschluss der Verhandlungen um die Neustrukturierung des BIG zu kommen. Viele Mitarbeiter seien „frustriert“, dass es so lange dauere. Auch die Rekrutierung neuer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werde durch den langen Neustrukturierungsgprozess gehemmt.

Das BIG als 3. Säule der Charité

Das BIG ist eines der Prestigeprojekte der Berliner Wissenschaft. Der Bund finanziert es zu 90 Prozent, Aufgabe des Instituts ist translationale Medizin, also die Übersetzung von Grundlagenerkenntnissen in klinische Therapien. Bisher wird es von Charité und MDC gemeinsam getragen, die komplizierte Struktur hatte aber zu Konflikten in der Leitung geführt. Bund und Land wollen das BIG nun durch eine Integration in die Charité neu aufstellen – das haben die zuständigen Staatssekretäre Georg Schütte und Steffen Krach nach der Aufsichtsratsratssitzung vergangene Woche bekräftigt. Eine Verwaltungsvereinbarung solle „zügig“ realisiert werden.

Nach den Plänen würde das BIG als „3. Säule“ in die Charité integriert werden, neben Klinik und Fakultät. Es erhielte auch in der Charité eigene Organe wie ein Direktorium, einen Verwaltungsrat sowie einen wissenschaftlichen Beirat – und einen Sitz im Vorstand der Charité. Der Bund als Hauptfinanzier des BIG soll einen Aufsichtsratssitz in der Charité erhalten.

Das MDC würde dann eine „privilegierte Partnerschaft“ mit dem BIG eingehen, die vertraglich geregelt wird. Wie wichtig das MDC für das BIG ist, zeigt sich für Dimmeler auch an einigen zukunftsweisenden Forschungsinitiativen, die derzeit angestoßen werden – darunter Projekte zu Frage, welche Rolle Blutgefäße bei Erkrankungen spielen, und ein neues Einzelzell-Sequenzierungsverfahren für die Diagnostik für Tumorerkrankungen. Dabei sei das MDC noch sehr stark eingebunden, sagt Dimmeler. Ohne dessen Grundlagenforschung würden Ideen und Technologien für die translationale Forschung fehlen. Tilmann Warnecke

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