Brandenburgische Technische Universität : Präsidentschaftswahl in Cottbus scheitert

An der BTU Cottbus scheitert die Präsidentenwahl. An der Uni fragt man sich, warum die Findungskommission keine mehrheitsfähigeren Bewerber aufstellte.

Die BTU Cottbus-Senftenberg.
Die BTU Cottbus-Senftenberg.Foto: imago/Rainer Weisflog

Die Präsidentschaftswahl an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg ist vorerst gescheitert. Die Uni muss damit nach einer einjährigen Kandidatensuche erneut neue Bewerberinnen und Bewerber finden. Der einzige zur Wahl stehende Kandidat Hans-Hennig von Grünberg, Präsident der Hochschule Niederrhein, fand Ende vergangener Woche keine Mehrheit im Senat der BTU.

Ein zweiter von der Findungskommission vorgeschlagener Kandidat hatte sich dem Vernehmen nach bereits vor der hochschulöffentlichen Anhörung zurückgezogen. Die BTU sucht seit September 2018 einen neuen Chef oder eine neue Chefin. Damals wechselte Amtsinhaber Jörg Steinbach an die Spitze des Wirtschaftsministeriums in Brandenburg.

Zu hören ist aus der Uni, dass sowohl Grünberg als auch der andere Kandidat schon im Vorfeld auf Vorbehalte unter den Unimitgliedern stießen. Grünberg wurde 2017 vom Centrum für Hochschulentwicklung als Hochschulmanager des Jahres ausgezeichnet. Dennoch galt der Physiker – der 2018 an der Berliner HTW als Präsidentschaftskandidat antrat, aber unterlag – wohl einigen an der BTU als zu wenig universitär.

Der andere Kandidat wiederum, ein hochdekorierter Universitätsprofessor der Biologie, soll in internen Runden so hochfliegende Exzellenzpläne für die BTU entworfen haben, dass er teilweise für realitätsfremd gehalten wurde.

Kritik an der BTU kommt von Wissenschaftsministerin Münch

An der Uni fragt man sich deshalb, warum die Findungskommission – die aus drei Mitgliedern des von der Landesregierung eingesetzten Landeshochschulrats, einem Ministeriumsmitglied und einem Mitglied des Unisenats besteht – keine mehrheitsfähigeren Kandidaten vorgeschlagen habe.

Vor diesem Hintergrund dürfte die Kritik von Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) an der gescheiterten Wahl auch kaum wohlwollend an der Uni aufgenommen worden sein. Münch bezeichnete die Nichtwahl laut RBB als „schwieriges Signal" für künftige Kandidaten. Die Uni wird jetzt weiter interimsmäßig von BTU-Vizepräsidentin Christiane Hipp geleitet, bis ein neuer Kandidat oder eine neue Kandidatin gewählt ist.

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