Dürre, Klimakrise, zu viel Verbrauch : Studie warnt vor zunehmendem Wassermangel

Ein neuer Report des "World Resources Institute" prognostiziert eine verschärfte Krise wegen knapper werdenden Trink- und Nutzwassers.

Wasserfall. Sogar Elbschiffen fehlt mitunter die Handbreit unterm Kiel.
Wasserfall. Sogar Elbschiffen fehlt mitunter die Handbreit unterm Kiel.Foto: picture alliance/dpa

Wasser ist das am häufigsten vorkommende Molekül auf und über der Erdoberfläche. Und auch noch unterirdisch findet sich viel. Selbst wenn man das nicht zum Trinken und für die Landwirtschaft geeignete Salzwasser der Ozeane und die polaren Gletscher abzieht, sollte das übrige Süßwasser in Flüssen, Seen und im Grundwasser eigentlich ausreichen. Das ist aber zunehmend nicht mehr der Fall. Vor allem die Grundwasserspiegel sinken vielerorts in bedrohlichem Maße. Auch oberirdische Speicher geraten mit zunehmender Frequenz an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Ein Report des World Resources Institute warnt jetzt – wieder einmal – vor einer zunehmenden Wasserkrise.

"Wasserstress"

Demnach stehen derzeit 17 Länder unter extremem „Wasserstress“, etwa Indien als zweitbevölkerungsreichstes der Welt. Dazu kommen zahlreiche weitere Regionen. Zu den Ursachen zählen auch Folgen der Klimaerwärmung, veränderte Niederschlagsmuster und erhöhte Verdunstung bei höheren Temperaturen etwa. Wichtigster Grund ist aber langjährige nicht nachhaltige Ausbeutung der Ressource. So heißt die kurzfristige Lösung für Wasserprobleme häufig eben nicht, mit dem feuchten Nass besser zu haushalten, sondern es aus größerer Entfernung oder größerer Tiefe heranzuholen, was die Probleme weiter verschärft.

Betroffen sind Millionenstädte wie São Paulo in Brasilien, Mexico City, Los Angeles in den USA, Dhaka in Bangladesch und Kapstadt in Südafrika. Und in Indien vermeldet fast jede der Metropolen dauerhaft oder zeitweise ein Defizit. Nicht selten leiden diese Städte immer wieder auch unter einem Wechsel zwischen extremem Wassermangel und katastrophalem Überfluss mit Überschwemmungen. Genau hier sehen die Fachleute des Wasserprogramms des World Resources Institutes eine der möglichen Lösungen: Die Kapazitäten, Wasser aufzufangen und zu speichern – sowohl in Reservoirs als auch durch die Schaffung von Möglichkeiten, zu versickern und so das Grundwasser wieder aufzufüllen, müssten demnach verbessert werden. Weitere Ansätze sind, den Verbrauch zu drosseln.

Probleme auch in Deutschland

Hier sind weniger private Haushalte gefragt als die Industrie und vor allem die Landwirtschaft. In Regionen in denen der sehr wasserintensive Reisanbau betrieben wird, sei es etwa sinnvoll, auf andere Feldfrüchte umzusteigen, Hirse beispielsweise. In dem Report wird vorgerechnet, dass derzeit 33 Städte mit mehr als jeweils drei Millionen Einwohnern unter „extremem Wasserstress“ stehen, mit einer Gesamteinwohnerzahl von 255 Millionen. Diese Zahlen würden bis Ende des kommenden Jahrzehnts auf 470 Millionen Menschen in dann 45 solcher Metropolen steigen.

Auch in Ländern, die geografisch günstiger liegen, haben die Probleme mit Wassermangel zugenommen. Dazu gehört auch Deutschland. So sind etwa in und um Berlin die Grundwasserspiegel gesunken. In manchen Städten im Westen Deutschlands wurde Ende Juni „Trinkwasserknappheit“ ausgerufen. Das Umweltbundesamt warnte kürzlich, die Probleme würden sich absehbar in den kommende Jahren verschärfen.

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