• Emailanfragen an Crispr-Forscher He Jiankui: Dubiose Befruchtungskliniken interessiert an Keimbahntherapie

Emailanfragen an Crispr-Forscher He Jiankui : Dubiose Befruchtungskliniken interessiert an Keimbahntherapie

Nach Bekanntwerden der Geburt zweier genmanipulierter Babys in China haben sich IVF-Kliniken offenbar in China nach der Methode und Zusammenarbeit erkundigt.

Per Youtube-Video erklärte He Jiankui, Wissenschaftler aus China, Ende November 2018, dass Babys geboren wurden, deren Erbgut er zuvor verändert hatte.
Per Youtube-Video erklärte He Jiankui, Wissenschaftler aus China, Ende November 2018, dass Babys geboren wurden, deren Erbgut er...Foto: Screenshot/Youtube

Weltweit empörten sich Ende November vergangenen Jahres Forscher über die Youtube-Botschaft des Chinesen He Jiankui, dass Zwillinge geboren worden seien, deren Erbgut er mit Hilfe der Gen-Schere CRISPR/Cas verändert habe. Einige Kliniken für künstliche Befruchtung hingegen sahen in der Verlautbarung offenbar eine Chance, ihr Geschäftsfeld zu erweitern. Sie fragten bei He per Email nach mehr Informationen an und suchten Kontakt für eine eventuelle Zusammenarbeit.

Die Ungeduld ist groß, die Technik einzusetzen

Eine der Kliniken, mit Sitz in Dubai, erhoffte sich dem Onlineportal "STAT" zufolge im Dezember 2018 "Unterstützung beim Genomeditieren von Babys". Diese und weitere Emails anderer Kliniken mit ähnlichen Anfragen hatte der Stanford-Forscher William Hurlbut, der sich mit He über die Ethik von Genomveränderungen ausgetauscht hatte, STAT zur Verfügung gestellt. "Das offenbart, wie groß dort draußen die Ungeduld ist, diese Technologie einzusetzen", sagte Hurlbut der Nachrichtenagentur AP und betonte, wie groß der Bedarf für eine gewisse durchsetzbare Regulierung sei.

Auch eine der Entwicklerinnen der Crispr-Genschere, Jennifer Doudna von der Universität von Kalifornien in Berkeley, will gehört haben, dass es Bedarf an Genomeditierung von Embryonen gibt, warnte aber gleichzeitig davor, dass die Technik dafür nicht reif sei.

Selbst wenn weitere Genom-Manipulationen an Keimzellen oder Embryonen durch Regulierungsmaßnahmen verhindert werden können, wird es wohl mindestens ein weiteres Baby mit manipuliertem Erbgut geben. Der Nachrichtenagentur AP zufolge hat He Jiankui einen dritten Embryo genomeditiert und einer Frau in die Gebärmutter implantiert, die inzwischen im siebten Schwangerschaftsmonat sei.

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