Hightech-Strategie 2025 : Zwölf Missionen für die Zukunft

Forschungsministerin Anja Karliczek hat die neue Hightech-Strategie des Bundes vorgestellt - mit einem Bekenntnis auch zur Grundlagenforschung.

Der ehemalige Braunkohletagebau Cottbus-Nord, wo der größte künstliche See Deutschlands entstehen soll.
Hilfe durch Innovationen. Zum Strukturwandel will der Bund ein neues Forschungsprogramm auflegen. Im Bild der ehemalige...Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Wie kann die Forschung zu gleichwertigen Lebensverhältnissen quer durch das Land beitragen? Als Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Mittwoch die neue Hightech-Strategie der Bundesregierung vorstellt, schwingt mit, dass auch sie dazu beitragen will, die Unzufriedenen im Lande wieder für die Politik jenseits populistischer Bewegungen zu gewinnen: Mit der Hightech-Strategie 2025 „wollen wir den Menschen Orientierung geben, neue Perspektiven aufzeigen und Mut und Lust auf Zukunft machen“. Ein Beispiel: „Wir packen den Strukturwandel an.“ Dazu werde ein bundesweites Förderkonzept „Innovation und Strukturwandel“ aufgelegt.

Angewandte Forschung und den Transfer in Wirtschaft oder Krankenversorgung voranzubringen, ist das Kernanliegen der 2006 gestarteten Hightech-Strategie. Unter diesem Namen werden Förderformate verschiedener Bundesministerien gebündelt – und darauf ausgerichtet „Deutschlands Position als führende Wirtschafts- und Exportnation“ zu stärken, wie es 2014 hieß. Karliczek nimmt nun für sich in Anspruch, dabei den „Menschen in den Mittelpunkt“ zu stellen. Forschung und Entwicklung müssten „spürbare Fortschritte in der Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger“ bringen.

Die erste Mission: Krebs bekämpfen

Dazu werden erstmals zwölf „Missionen“ ausgerufen: An erster Stelle steht „Krebs bekämpfen“, wozu der Bund 2019 die „nationale Dekade gegen den Krebs“ ausrufen werde. Die Krebsforschung soll ausgebaut, Prävention, Diagnose und Behandlung vorangebracht werden. Ein Beispiel sind spezielle Früherkennungsmaßnahmen für Menschen mit einem erhöhten Krebsrisiko. Konkret wird die Strategie auch mit der sechsten Mission, Plastikeinträge in die Umwelt substanziell zu verringern. Dazu will der Bund etwa Forschung zu biologisch abbaubaren Kunststoffen fördern. Weitere bevorzugte Felder sind die biologische Vielfalt, die Batteriezellproduktion sowie „sichere, vernetzte und saubere Mobilität“ (zur vollständigen Liste geht es hier).

Bleibt die Hightech-Strategie gleichwohl ein „Sammelsurium an Einzelmaßnahmen“, wie die Grünen am Mittwoch kritisierten? Karliczek wies dies mit Hinweis auf eine erstmals eingesetzte ministeriumsübergreifende Arbeitsgruppe unter ihrer Federführung zurück. Sie koordiniere die Programme aller Ressorts und verhindere, dass von verschiedenen Häusern ähnliche Projekte gefördert würden.

Karliczek: Grundlagen- nicht gegen angewandte Forschung ausspielen

Die Orientierung „an den Menschen“ begründet Karliczek auf Nachfrage auch damit, dass die Forschungprogramme mit Steuergeldern finanziert sind. Ihr Anliegen sei aber „keine Abkehr davon, dass wir Grundlagenforschung brauchen“, betonte Karliczek, deren Fokus auf die angewandte Forschung in der scientific community genau so verstanden wurde. „Grundlagenforschung ist die Grundlage für Forschung und Innovation, das sollte man nicht gegeneinander ausspielen“, sagt Karliczek jetzt.

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