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Jürgen Zöllner : „Ich habe in Berlin viel gelernt“

Wo sehen Sie die Berliner Wissenschaft in 20 Jahren – vielleicht in einer vereinten Einstein-University of Berlin?

Ich sehe die Berliner Universitäten und Forschungsinstitute in einem Netzwerk, in dem mit der Einstein-Stiftung Knoten geknüpft werden, die einen Anziehungspunkt darstellen für junge, hungrige, kreative Wissenschaftler aus aller Welt.

Die Wissenschaftslandschaft hat sich in den letzten 20 Jahren grundlegend verändert, die Forschungsfinanzierung unterliegt auch an den Unis einem scharfen Wettbewerb – bis hin zur Exzellenzinitiative. Sehen Sie diese Entwicklung durchweg positiv?

Die Exzellenzinitiative halte ich nach wie vor für vernünftig. Mein Engagement für eine breitere Basis mit vielen Graduiertenschulen und Clustern und einer Spitze mit wenigen Universitäten, die als Ganzes gefördert werden, war richtig. Allerdings haben wir uns damals noch keine Gedanken darüber gemacht, wie exzellente Bereiche auf Dauer und nicht nur in einer attraktiven Zwischenphase gefördert werden können. Wir können nicht das ganze System weiter alle fünf Jahre durch ein Wettbewerbsverfahren jagen. Vernachlässigt wurde die Lehre, da haben wir noch viel Nachholbedarf.

Sie haben angekündigt, nach den Wahlen noch einmal etwas Neues anzufangen. Engagieren Sie sich für Schulen im sozialen Brennpunkt? Oder doch lieber ein Posten in der akademischen Welt?

Eher in der Wissenschaft. Ich bin bereit, alle meine Erfahrungen einzubringen.

Wollen Sie erst eine Auszeit nehmen?

Das kommt darauf an. Wenn sich etwas Gutes, Vernünftiges ergibt, mache ich am nächsten Tag gleich weiter. Sonst fahre ich erst mal Fahrrad.

Bleiben Sie in Berlin?

In Berlin auf jeden Fall. Und am liebsten auch weiterhin im brodelnden Stadtkern.

Das Gespräch führten Amory Burchard und Susanne Vieth-Entus.

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