Lange Nacht der Wissenschaften : Coole Tipps für eine heiße Nacht voller Forschung

Dutzende Forschungseinrichtungen aus Berlin und Potsdam zeigen am Samstag ab 17 Uhr, woran sie forschen – von der Herzchirurgie bis zum strickenden Roboter.

Stephan Detert
An der Beuth-Hochschule für Technik im Wedding kreist alles um die Erde, andere Planeten und die Geheimnisse der Galaxie. Illuminierte Planeten auf dem Beuth-Hügel sorgen für Erleuchtung.
An der Beuth-Hochschule für Technik im Wedding kreist alles um die Erde, andere Planeten und die Geheimnisse der Galaxie....Foto: © Stephan Niespodziany/www.rejoyce.me

Über 65 wissenschaftliche Einrichtungen aus Berlin und Potsdam laden am 15. Juni von 17 bis 24 Uhr zur "klügsten Nacht des Jahres" ein. Mit über 2000 Programmpunkten sollen Wissenschaft und Forschung transparent und erlebbar gemacht werden. Über 25.000 Besucher werden zur 19. Langen Nacht der Wissenschaften erwartet.

Schwerpunkt auf Klimaforschung

Eröffnet wird der Abend durch Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller bereits um 16 Uhr beim Science Slam an der Beuth Hochschule für Technik.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt diesmal auf dem Thema Klimaforschung, über das Besucher sich bei mehr als 70 Veranstaltungen informieren können. Schülergruppen, die ihre Tickets im Vorfeld erworben haben, kommen sogar kostenlos zur Langen Nacht – als Wertschätzung für das Engagement der Jugendlichen bei der Fridays-for-Future-Bewegung.

Karten gibt es an den Kundenzentren und Fahrkartenautomaten von S-Bahn und BVG sowie an Theaterkassen und Touristeninformationen. Die Tickets kosten 14 Euro, ermäßigt neun Euro und gelten gleichzeitig als Fahrausweis im VBB-Tarifbereich ABC für den gesamten Abend. Zwischen Berlin-Wannsee und dem Telegrafenberg in Potsdam fahren zusätzlich Shuttle-Busse.

Auch nach der Langen Nacht sollte man das Ticket aufbewahren, zumindest bis zur Langen Nacht der Museen, der Schwesterveranstaltung der LNDW. Bei Vorlage an den Abendkassen am 31. August 2019 erhalten Besucher vier Euro Rabatt.

Das gesamte Programm gibt es auf lndw19.de. Die Freie Universität Berlin stellt zudem eine App mit allen Veranstaltungsangeboten bereit.

Nicht jedes der zahlreichen Angebote wird jedermanns Neugier wecken, daher hier eine ganz subjektive Auswahl...

... FÜR KLIMARETTER

Im Auge des Sturms: Über die Energiewende diskutieren und dabei im Innern einer Windkraftanlage spazieren? Das geht an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Wilhelminenhofstraße 75A.

Von E-Board bis E-Bike: E-Mobilität hat viele Gesichter. Alles, was es über Fahrzeuge und Batterien zu wissen gibt, erfahren Besucherinnen und Besucher im Haus Gauß der Beuth Hochschule für Technik, Luxemburger Straße 20a.

Mikroplastik ganz groß: Kleinste Teile in Bodenproben werden mit Hilfe eines Nahinfrarotspektroskops untersucht. Ein Experiment zum Mitmachen. Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Richard-Willstätter-Straße 11.

... FÜR KÖRPERVERSTEHER

Beim Denken zusehen: Was passiert in meinem Kopf, wenn ich einen Krampfanfall erleide? Wie kann ich ein Computerspiel mit meinen Gedanken steuern? Ein virtuelles Gehirn gibt Antworten im CrossOver-Gebäude am Campus Charité Mitte, Charitéplatz 1.

Körper im Takt: Schlagen die Herzen von Musikern im gleichen Rhythmus? Bei einer experimentellen Jam-Session können Musikliebhaberinnen und -liebhaber der Frage auf den Grund gehen und selbst zu Gitarre, Klavier, Trommel oder Bass greifen. Beginn: 22 Uhr, Max-Planck-Institut, Lentzeallee 94.

Mitten ins Herz: Mit der 3-D-Brille für ein paar Minuten zum Herzchirurgen werden und sehen, was sonst nur Spezialisten vorbehalten ist. Eine Vorführung nur für Erwachsene. Deutsches Herzzentrum Berlin, Augustenburger Platz 1.

... FÜR BESSERWISSER

Echt oder ein Fake: Bei der interaktiven Show geht es darum, die Spreu vom Weizen zu trennen und Wissenschaftler in Erklärungsnot zu bringen. Das beste Faktengespür wird mit Preisen belohnt. Beginn: 21.30 Uhr, Max-Delbrück-Centrum, Robert-Rössle-Straße 10.

Binsenweisheiten hinterfragt: Welche Vorurteile geistern in der Migrationsdebatte umher? Selbst erfahrene Politikveteranen verlieren da leicht den Überblick. Bei einer Live-Abstimmung erfahren Interessierte, ob auch sie den Migrationsmythen auf den Leim gehen. Beginn: jeweils 17.30 Uhr und 19.30 Uhr. Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung, Mauerstraße 76.

Game of Brains: Es gibt vieles, was man wissen könnte. Aber es gibt nur wenig, was man wirklich wissen sollte. Die Veranstalter dieser Show werden versuchen, Besucher mit wirklich relevantem Wissen zu überraschen. Beginn: 22 Uhr, Berliner Institut für Systembiologie, Hannoversche Straße 28.

... FÜR ROBO-FREAKS

Handarbeit 4.0: Mit Nadeln und Garn strickt der Roboter PANDA die Maschen der Zukunft. Ihm kann man dabei zusehen und nebenbei mehr über das Projekt erfahren. Lichthof der Technischen Universität, Straße des 17. Juni 135.

Kickende Humanoide: In einem Freundschaftsspiel treten intelligente Roboter gegeneinander an und zeigen ihre Fähigkeiten. Gleichzeitig erfahren Robo-Fans, wie künstliche Intelligenz funktioniert. Erwin-Schrödinger-Zentrum, Rudower Chaussee 26.

Roboterspiele: Ob auf dem Brett, am Bildschirm oder im direkten Kontakt; für jede Art von Spiel gibt es den passenden Roboter. Und die Besucher dürfen mitspielen. Haus Gauß der Beuth Hochschule, Luxemburger Straße 20a.

... FÜR JUNGE ENTDECKER

Rettender Nachwuchs: Das Berliner Jugendrotkreuz zeigt, wie man Erste Hilfe leistet und Verletzungen fachgerecht versorgt – an selbst geschminkten Wunden. TU, Straße des 17. Juni 135.

Entzauberte Mumien: Wie sehen Ausgrabungen im Land der Pharaonen wirklich aus und welche Mythen aus dem alten Ägypten sind wahr? Das lernen Kinder interaktiv an der Humboldt-Universität, Unter den Linden 6.

Speed-Dating: Forschende stehen Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. Auch um zu erfahren, was Fridays for Future von der Universität erwartet. Haus des Lernens der TU, Marchstraße 23.

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