Lebensmittel : Leckeres Gift

Und während genetisch veränderte Maispollen im Honig noch niemandem geschadet haben, kann die Süßigkeit den Krankheitserreger Clostridium botulinum enthalten, der bei Babys zu einer Lähmung des Darmes und einer hartnäckigen Verstopfung führen kann. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt daher, Kindern im ersten Lebensjahr keinen Honig zu geben. Das Gift, das die Bakterien erzeugen, das Botulinustoxin ist das stärkste Nervengift der Welt. Weniger als ein Gramm des Giftes, das in Fleischwaren ganz natürlich entstehen kann, würden ausreichen, ganz Deutschland zu entvölkern.

Viele dieser von Natur aus in Pflanzen enthaltenen Stoffe sind nicht nur giftig, sondern auch als Krebserzeuger oder Chromosomenbrecher nachgewiesen. So kann Allylisothiocyanat, ein Abbauprodukt des in Kohl enthaltenen Sinigrin, schon bei 0,0005 Milligramm pro Kilogramm (abgekürzt auch ppm = „parts per million“ = Teilchen pro Million) Chromosomenbrüche erzeugen. Und Kohl enthält bis 590 ppm natürlich hergestelltes Sinigrin, Rosenkohl bis zu 1500 ppm, brauner Senf sogar bis zu 72.000 ppm. Einer der stärksten krebsfördernden Stoffe überhaupt, das Aflatoxin, wird in der Natur von einem Schimmelpilz gebildet, der auf Brot, Wurst oder Käse wächst.

Mein persönlicher Favorit sind Himbeeren. Ich konnte sie von Kind an nicht leiden, und jetzt weiß ich auch, warum. Natürliche Himbeeren enthalten: 34 verschiedene Aldehyde und Ketrone (viele giftig), 32 verschiedene Alkohole (einige giftig), 20 verschiedene Ester (die meisten giftig), 14 verschiedene Säuren (fast alle giftig), 3 Kohlenwasserstoffe und 7 Verbindungen anderer Stoffklassen. Nach geltenden Gesetzen müsste daher die Produktion von Himbeeren, sollte etwa die Firma Nestlé eine Lizenz dafür verlangen, nach deutschem Lebensmittelrecht verboten werden.

Mutter Natur ist eine Giftmischerin. „Nach unserer Berechnung sind 99,99 Prozent – nach Gewicht – aller Pestizide in amerikanischen Nahrungsmitteln solche, die von den Pflanzen selbst produziert werden, um sich gegen ihre Feinde zu verteidigen“, schreibt der amerikanische Biochemiker Bruce Ames in einer viel zitierten Studie . „Die natürlichen Chemikalien bestreiten den Riesenanteil aller Chemikalien in unserer Ernährung und sollten deswegen als Vergleichsmaßstab dienen, wenn wir die mögliche Krebsgefährdung durch synthetische Chemikalien quantifizieren. Nach unserer Schätzung essen Amerikaner ungefähr 1,5 Gramm natürlicher Pestizide pro Tag, ungefähr 10 000-mal so viel, wie sie an synthetischen Pestiziden zu sich nehmen.“

Die folgenden weiteren natürlichen Gifte, neben dem schon erwähnten Sinigrin, fanden Ames und seine Koautoren allein in normalem Kohlgemüse: Cyanid, Menthol, Carvon, Phenol, Glucoibeverin, Epiprogoitrin, Glucoraphanin, Glucoerysolin, Glucotrapaolin, Neoglucobrassicin, Indol-3-Carbinol, Indol-3-Methycyamid, Goitrin und Bassicin – kein Wunder, dass normaler Bio- wie auch Standard-Kohl, sofern nicht von Menschen aufgegessen, in Deutschland als Sondermüll behandelt werden muss.

Auch Tafeltrauben sind nicht ohne - lesen Sie mehr im 3. Teil.

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