Neuer Forschungsbau : Berlin erhält Bau für den „Simulierten Menschen“

Humanes Gewebe simulieren - das soll in einem neuen Forschungsbau für Charité und TU im Wedding geschehen, dessen Bau der Wissenschaftsrat jetzt empfohlen hat.

Angebunden. Das neue Zentrum entsteht beim Virchow-Klinikum.
Angebunden. Das neue Zentrum entsteht beim Virchow-Klinikum.Foto: Kai-Uwe Heinrich

In Berlin soll ein neuer Forschungsbau für Biomedizin entstehen. Dafür hat sich jetzt der Wissenschaftsrat ausgesprochen. Das neue Zentrum „Der Simulierte Mensch“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Charité und der Technischen Universität (TU) Berlin. Mediziner, Naturwissenschaftler und Ingenieure sollen dort in Zukunft gemeinsam die Funktionen menschlicher Zellen und Organe mithilfe neuer Technologien erforschen.

„Die Simulation humaner Gewebe eröffnet besonders im Bereich neuer Krebstherapien und Infektionen völlig neue Forschungsansätze“, sagte Roland Lauster, Professor für Medizinische Biotechnologie an der TU Berlin und Mitinitiator des Projekts. Die Zusammenarbeit im neuen Forschungsbau solle nicht nur zur Entwicklung von Diagnose- und Therapie-Strategien beitragen, sondern auch zur Vermeidung von Tierexperimenten. Dazu sollen etwa die 3-D-Kultivierung oder Multi-Organ-Chips genutzt werden.

In der Nachbarschaft zum Virchow-Klinikum

„Zukunftsweisende Forschungsansätze entwickeln sich heute an den Schnittstellen von Disziplinen“, sagte Christian Thomsen, Präsident der Berliner Technischen Universität. Das neue Forschungsgebäude werde den Wissenschaftlern der Charité und der TU Berlin den nötigen Raum dafür geben. Das Gebäude soll bis 2023 in der Seestraße in direkter Nachbarschaft zum Charité-Campus Virchow-Klinikum in Wedding entstehen. Die Kosten von 34 Millionen Euro sollen anteilig vom Bund und vom Land Berlin getragen werden.

Die Förderung des Forschungsbaus muss noch von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) des Bundes und der Länder genehmigt werden. Die nächste Sitzung der GWK findet am 29. Juni statt.

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