Längere Passage samt Literaturreferenzen

Seite 2 von 3
Plagiatsverdacht : Wo Schavan angeblich geschummelt hat

An einer weiteren „herausragenden“ Stelle habe sie – mit nur leichten Umformulierungen – drei Absätze aus einer Habilitationsschrift mitsamt deren Literaturreferenzen übernommen, ohne aber den Autor der Habilitationsschrift, Antoni J. Nowak, selbst in einer Fußnote anzugeben. Bei der Passage handelt es sich um die Interpretation eines Gedankens des österreichischen Psychoanalytikers Igor Caruso, die eigentlich von Nowak stammt. Tatsächlich lehnt sich Schavan sehr stark an ihre nicht genannte Vorlage an.

Auch aus dem Buch „Gewissen und Gewissensbildung in jugendkriminologischer Sicht“ von Lutz Hupperschwiller übernahm sie demnach leicht umformuliert eine längere Passage samt Literaturreferenzen. Bei der Passage geht es um eine Deutung der Über-Ich-Theorie von Freud. Schavan verweise zwar auf Hupperschwiller in einer Fußnote – die Fußnote bezieht sich aber nur auf einen Halbsatz in der gesamten Passage. Als „herausragend“ wertet die Webseite auch eine Stelle, an der Schavan einen Satz aus zwei Quellen zusammengesetzt habe, ohne die Quellen zu nennen.

Schavans Doktorvater war der Pädagogikprofessor Gerhard Wehle, der inzwischen 87 Jahre alt ist. Er erklärte am Mittwoch gegenüber der dpa, er werde sich nicht mit der Arbeit beschäftigen, sollte er „nicht durch äußere Umstände dazu veranlasst“ werden.

Twitter

Folgen Sie unserer Wissen und Forschen Redaktion auf Twitter: