"Während des Studiums nicht zu stark die Weichen stellen"

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Reform des Lehramtsstudiums in Berlin : Streit um den "Einheitslehrer" hält an

Felicitas Thiel, Schulentwicklungsforscherin an der Freien Universität, sieht es genauso. Während des Studiums sollten die Weichen für die Schulformen noch nicht zu stark gestellt werden, „fertige Lehrer“ könne die Uni ja ohnehin nicht liefern. „Viel besser ist es doch, dann passgenaue Angebote in der Fortbildung zu machen, wenn die Probleme auftauchen, auch schon in der Berufseingangsphase“, sagt Thiel. Die Fortbildungsangebote in Berlin seien stark verbesserungswürdig – „leider macht sich die Politik darüber aber keine Gedanken“. Wie die Unis einen zweiten – vermutlich schwach nachgefragten Master – für ISS-Lehrer mit ihren Bordmitteln stemmen sollen, sei auch nicht geklärt. Unklar sei zudem, ob der ehrgeizige Starttermin für das neue Lehrerstudium im Herbst 2014 angesichts der unklaren politischen Vorgaben noch möglich sei.

Die Schulleiterverbände halten unterdessen an ihren ursprünglichen Meinungen fest: „Es gibt keine fachlichen und pädagogischen Gründe, die Lehrämter zu trennen“, sagt Paul Schuknecht, Leiter der Vereinigung der GEW-Schulleiter und Rektor der Friedensburg-ISS in Charlottenburg. An den allermeisten Gymnasien sei die Schülerschaft ebenso heterogen wie an Sekundarschulen, und etliche könnten mit Gymnasien konkurrieren.

Ralf Treptow, der Vorsitzende des Verbandes der Oberstudiendirektoren in Berlin, freut sich über die Verhandlungserfolge der CDU: So werde ausgeschlossen, dass die wissenschaftliche Ausbildung der Gymnasiallehrer „zugunsten eines überwiegend sozialpädagogischen Kompetenzerwerbs“ aufgeweicht werde.

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