Service für internationale Studierende : Uni-Assist fordert Unis zum Zahlen auf

Die Servicestelle für internationale Studienbewerber stellt sich neu auf. Das Online-Portal sei bereits kundenfreundlicher, heißt es.

Internationale Studierende in Leipzig.
Internationale Studierende in Leipzig.Foto: Jan Woitas/picture alliance/ZB

Uni-Assist, die Arbeits- und Servicestelle für internationale Studienbewerbungen in Deutschland, will sich neu aufstellen. Dazu fordert die Einrichtung, was seit der Gründung durch die Hochschulrektorenkonferenz, den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und einige Hochschulen vor 15 Jahren geplant war – finanzielle Beiträge auch von den Mitgliedshochschulen.

„Die Unis erwarten, dass wir auf den Punkt genau, von Mai bis August, die Bewerbungen bearbeiten“, sagte Vorstandsvorsitzende Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen, anlässlich der Mitgliederversammlung am Montag in Berlin. Die heute 190 Mitgliedshochschulen sollten deshalb erstmals 2021 für Verwaltungskosten, für die Weiterentwicklung von Uni-Assist und für Tarifsteigerungen bei den Beschäftigten 2,8 Millionen Euro beisteuern. Insgesamt würden die Ausgaben dann 13,7 Millionen Euro betragen.

Kritik an der Arbeit von Uni-Assist wies Luckey weitgehend zurück. Immer wieder gibt es Klagen Studierwilliger, der Service sei zu bürokratisch, informiere nicht hinreichend und Unterlagen gingen verloren. Dem hält die Vorstandsvorsitzende entgegen, dass 75 bis 80 Prozent der Anträge positiv beschieden und die Bewerbungen entsprechend an die Hochschulen weitergeleitet werden. Unter ein Prozent der derzeit rund 300 000 Bewerber im Jahr gehe den Beschwerdeweg.

„Fehlerhaften Situationen“ gehe Uni-Assist mit einem „Case management“ nach. Es sei verständlich, dass Studienbewerber, die häufig aus einem krisenhaften Umfeld ihrer Heimatländern kämen, Planungssicherheit wünschten, sagte Luckey. Aber die notwendigen Voraussetzungen für die Hochschulzulassung und den gewünschten Studiengang müssten nun einmal erfüllt und auch mit Dokumenten belegt werden. Sei das nicht der Fall, könne das bei den Betroffenen zu emotionalen Reaktionen und großen Enttäuschungen führen.

Uni-Assist als "Gesicht Deutschlands"

Gefragt, wo Uni-Assist besser werden müsse, sagte die neue Geschäftsführerin Dchi-Young Yoon: „Transparenz ist ein großes Thema, und wie der Prozess unter Nutzung digitaler Lösungen effizienter wird.“ Für die internationalen Studierenden sei Uni-Assist schließlich „das Gesicht Deutschlands“. Bereits verbessert habe man das Bewerbungsportal, es sei nun deutlich pflegeleichter und kundenfreundlicher als das alte, sagte Luckey. Die neue IT-Infrastruktur von Uni-Assist wird vom Bundesbildungsministerium mit 4,9 Millionen Euro gefördert.

Im Sommer hatten Beschäftigte von Uni-Assist wie berichtet für einen Haustarifvertrag gestreikt. Beklagt hatten sie etwa, dass Sonderregelungen für das Saisongeschäft ausgenutzt würden. Die rund 150 fest angestellten Mitarbeitenden werden in der Hauptbewerbungszeit von März bis August durch 150 Saisonkräfte verstärkt.

Dabei werde es bleiben, sagte Karin Luckey auf Nachfrage. „Wir wollen aber Rahmenbedingungen schaffen, die im Wissenschaftssystem üblich sind und diese mit Verdi verhandeln.“ Ein Ziel sei es, die hohe Fluktuation bei Saisonkräften zu reduzieren, die Jahr für Jahr zwei Monate lang für das anspruchsvolle Sichten und Bewerten der Unterlagen geschult werden.

Bisher finanziert sich Uni-Assist aus den Beiträgen der Studienbewerber. Sie zahlen 75 Euro für den ersten Antrag auf Vorprüfung ihrer Unterlagen und 30 Euro für jeden weiteren. Bei diesen Sätzen solle es möglichst bleiben, sagte Luckey. Die Gebührenbefreiung für Geflüchtete, die hier studieren wollen, laufe aber Ende des Jahres aus. Ein entsprechendes Programm hatte der DAAD für die Zeit von 2016 bis Ende 2019 mit 5,4 Millionen Euro finanziert – für bislang über 30 000 Bewerber und Bewerberinnen. Bei der Mitgliedertagung in Berlin werde sondiert, ob künftig mehr Hochschulen als bisher die Kosten für diese Gruppe direkt übernehmen.

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