• Streit um Ferientermine: Alternativen zur alten Sommerferien-Regel eher unwahrscheinlich

Streit um Ferientermine : Alternativen zur alten Sommerferien-Regel eher unwahrscheinlich

Berlin und Hamburg fordern eine neue Terminregelung für die Sommerferien. Die Aussichten dafür sind nicht gut.

Ein buntes Tafelbild mit dem Schriftzug Sommerferien.
Sommer, Sonne, Sonnenschein? Vielen in Berlin hat der diesjährige frühe Ferienbeginn im Juni den Sommer verhagelt.Patrick Pleul/zb/dpa

Auf eine Veränderung der Sommerferienregelung konnten sich die Länder bei der Berliner Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) erwartungsgemäß noch nicht einigen. Bei einigen Ländern hielte sich die Begeisterung über den Vorstoß Hamburgs und Berlins „in Grenzen“, sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Freitag.

Man habe sich jetzt lediglich darauf verständigt, dass für die Termine ab 2025 neben denen nach den bisherigen Regeln erarbeiteten Vorschlägen auch „alternative Varianten“ vorgestellt werden sollen – ohne dass diese aber zwingend dann genommen werden.

Der KMK-Präsident, Hessens Ressortchef Alexander Lorz (CDU), hatte am Donnerstag erklärt, die Minister würden den für die Ferien zuständigen Referenten der Länder einen entsprechenden Arbeitsauftrag erteilen. Ziel seien ergebnisoffene Vorschläge - und ein Zeitplan zur langfristigen Sommerferienregelung für die Jahre 2025 bis 2030. Entschieden werden soll auf einer KMK-Sitzung im Dezember 2020.

Berlin gegen zu große Sprünge beim Ferienbeginn

Berlin und Hamburg hatten gefordert, die Ferien künftig zeitlich weniger zwischen den Bundesländern strecken. Generell sollten demnach die Sommerferien erst ab 1. Juli und nicht schon im Juni beginnen, die Termine der Länder enger zusammenrücken und die jährlichen Verschiebungen möglichst gering ausfallen.

Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte erklärt, dass "vor allem Sprünge von einem späten Ferientermin auf einen frühen Ferientermin zu einer Verkürzung von Schuljahren" führten. Die aktuelle Regelung habe negative Auswirkungen auf die Lernzeit der Schüler, die Belastung der Lehrkräfte, auf „schulorganisatorische Prozesse“ sowie auf den Zeitraum bei den Abschlussprüfungen.

Andere Länder lehnten solche Änderungen ab. „Es gibt gute Gründe dafür, den großen Ferien-Korridor zu erhalten“, sagte Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag). Auch nach Ansicht Baden-Württembergs hat sich die bisherige Ferienregelung bewährt.

Die bislang geltende Ferienregelung gibt es seit 1964. Das "Hamburger Abkommen" mit Sonderregelungen für Bayern und Baden-Württemberg wurde trotz wiederkehrender Proteste noch nie grundlegend geändert. Dabei könnte es auch in Zukunft bleiben. (mit dpa)

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