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Studie zu Abtreibungen : Die allermeisten Frauen bereuen langfristig einen Schwangerschaftsabbruch nicht

Eins der Argumente von Abtreibungsgegnern sind langfristige psychologische Schäden. Doch die bislang größte Untersuchung hierzu findet darauf kaum Hinweise.

Untersuchungsraum mit Liege und Ultraschallgerät in einer amerikanischen Familienplanungsklinik, wo auch Abtreibungen vorgenommen werden (Whole Woman's Health, South Bend, Indiana, Aufnahme vom Juni 2019).
Untersuchungsraum mit Liege und Ultraschallgerät in einer amerikanischen Familienplanungsklinik, wo auch Abtreibungen vorgenommen...Foto: Scott Olson/Getty/AFP

Fünf Jahre nach einer Abtreibung sagen mehr als 95 Prozent der Frauen, es sei die richtige Entscheidung gewesen. Das berichtet ein Forschungsteam um Corinne Rocca von der University of California in San Francisco im Fachblatt „Social Science & Medicine“.

Die Forscher analysierten die Daten von 667 Frauen aus 21 US-Bundesstaaten.

Alle Frauen hatten zu Beginn der Studie eine Abtreibung vornehmen lassen. Sie wurden eine Woche nach der Prozedur befragt und dann alle sechs Monate, insgesamt elf Mal.

Erleichterung überwiegt

Demnach verschwanden sowohl die positiven als auch die negativen Gefühle gegenüber der Abtreibung mit der Zeit. Dies sei selbst bei Frauen so gewesen, denen die Entscheidung besonders schwergefallen war, so Rocca und ihre Kollegen.

Zwar fühlten diese sich kurz nach der Abtreibung öfter traurig, schuldig oder wütend. Schon im ersten Jahr gingen diese Gefühle jedoch bei den allermeisten deutlich zurück. Der Großteil der Frauen fühle sich dann erleichtert.

„Diese Ergebnisse widerlegen eindeutig die Behauptung, dass viele Frauen eine Abtreibung bereuen“, sagt die Psychologin Julia Steinberg, Assistant Professor am "Department of Family Science" der School of Public Health der University of Maryland, die für dasselbe Fachblatt einen begleitenden Kommentar zur Studie schrieb. (fsch)

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