Studienfinanzierung : Deutschlandstipendium lahmt auch in Berlin

In Berlin bekommen rund 1000 Studierende ein Deutschlandstipendium. Die Beuth-Hochschule hält den Verwaltungsaufwand im Moment für nicht vertretbar.

Die Beuth Hochschule in Berlin-Wedding.
Die Beuth Hochschule in Berlin-Wedding.Foto: imago/Jürgen Ritter


In Berlin bekommen rund 1000 Studierende ein Deutschlandstipendium. Das geht aus der Antwort des Berliner Senats auf eine kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Adrian Grasse und Hans-Christian Hausmann hervor. Im Jahr 2018 wurden demnach 991 Studierende gefördert, im Jahr 2017 waren es 1041 und im Jahr 2016 993. Die meisten Stipendien gingen an Studierende in den anwendungsnahen Bereichen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (267 im Jahr 2018), Ingenieurwissenschaften (246) und Humanmedizin (121). In den Geisteswissenschaften bekamen nur 67 ein Stipendium.

Unternehmen zahlen wegen der steuerlichen Absetzbarkeit nur 32 Prozent

Auf die Frage der Abgeordneten, warum die Beuth Hochschule das für das Stipendium zuständige Büro nicht besetze und die Förderung für Studierende bis zum 30. September voraussichtlich aussetzt, erklärte der Senat, „die Resonanz auf die Akquisemaßnahmen“ der Hochschule für das Stipendium sei „seit dessen Einführung“ gering. Darum besetze sie das zuständige Büro aus Kostengründen nicht und setze das Stipendium aus. Im Jahr 2018 bekamen 23 Studierende der Beuth Hochschule ein Stipendium.
Das 2010 von der Bundesregierung ins Leben gerufene Deutschlandstipendium ist seitdem bundesweit deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zu wenig Unternehmen wollen die monatlichen Kosten von 300 Euro gemeinsam mit dem Staat übernehmen – obwohl sie wegen der steuerlichen Absetzbarkeit tatsächlich nicht die Hälfte, sondern nur 32 Prozent übernehmen.

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