Tarifverhandlungen in Berlin gescheitert : Studentische Mitarbeiter könnten streiken

Die Tarifverhandlungen für die studentischen Beschäftigten in Berlin sind gescheitert. Die Gewerkschaften rufen zur Demo auf - und zum Streik.

Ein Student steht in der Freien Universität vor einem schwarzen Brett mit Jobangeboten.
Suche nach einem Nebenjob. Der studentische Stundenlohn in Berlin liegt seit 2001 bei 10,98 Euro, die Gewerkschaften fordern 14...Foto: imago/Schöning

Im neuen Jahr könnten studentische Beschäftigte in Berlin streiken. Die Tarifkommission von GEW und Verdi hat jetzt zumindest dazu aufgerufen, nachdem sie die Tarifverhandlungen für die rund 8000 studentischen Beschäftigten der Berliner Hochschulen am Dienstag für gescheitert erklärt hat. Es war die fünfte Verhandlungsrunde zwischen Hochschulen und Gewerkschaften.

Die Gewerkschaften hatten den aktuellen Tarifvertrag zum Ende des Jahres gekündigt. Die Verantwortung für das Scheitern der Verhandlungen würden die Hochschulen tragen, erklärte Udo Mertens, der Verhandlungsführer für die GEW Berlin. Sie seien nicht bereit gewesen, ihr bisheriges Angebot wesentlich zu verbessern.

Der Stundensatz wurde seit 2001 nicht erhöht

Das hätte die studentischen Beschäftigten weiterhin auf Dauer von der Lohnentwicklung der anderen Hochschulbeschäftigten abgekoppelt. Der Stundensatz für studentische Beschäftigte beträgt 10,98 Euro und ist seit dem Jahr 2001 nicht erhöht worden. Die Gewerkschaften fordern 14 Euro. Das letzte Angebot der Arbeitgeber habe aber nur eine Anhebung auf 12,13 Euro für 2018, auf 12,35 Euro ab 2020 und 12,50 Euro ab 2022 vorgesehen, heißt es von den Gewerkschaften. Sie verweisen in ihrer Erklärung darauf, dass in den neuen Hochschulverträgen Tarifsteigerungen für die studentischen Beschäftigten eingeplant sind: 3,9 Prozent für 2018 und je 2,6 Prozent in den Folgejahren. Gefordert wird unter anderem auch eine bessere Absicherung im Krankheitsfall.

Die TU zahlt ab 1. Januar 12,50 Euro

Die TU hatte vor Kurzem angekündigt, im Vorgriff auf eine tarifvertragliche Einigung ab dem 1. Januar 12,50 Euro zahlen zu wollen. Das wird auch von den Gewerkschaften und den Studierendenvertretern der TU begrüßt. Diese erwägen aus Solidarität mit den anderen Beschäftigten dennoch mitzustreiken, hieß es, nachdem TU-Präsident Christian Thomsen die Erhöhung angekündigt hatte.

Für Sonnabend, 16. Dezember, ruft die GEW erst einmal zu einer Demonstration auf. Sie soll ab 16 Uhr vom Herrmann-Stöhr-Platz hinter dem Ostbahnhof zum Bebelplatz vor der Humboldt-Universität führen. (Tsp)

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