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Von Schleppnetz mitgerissen oder Diebstahl : Unterwasser-Observatorium bleibt verschwunden

Vom Grund der Eckernförder Bucht ist Kieler Forschern eine fast eine Tonne schwere Station für Umweltmessungen abhanden gekommen. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Das Boknis-Eck-Unterwasserobservatorium des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung ist vom Meeresboden verschwunden.
Das Boknis-Eck-Unterwasserobservatorium des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung ist vom Meeresboden verschwunden.Foto: Forschungstauchzentrum der Uni Kiel/dpa

Einen ungewöhnlichen Verlust haben Kieler Meeresforscher gemeldet. Am Ausgang der Eckernförder Bucht ist ein Observatorium für Umweltmessungen vom Meeresboden verschwunden, wie das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Schon am Dienstag mitteilte. Jetzt haben Taucher das Gerät auch bei einem zweiten Einsatz in der Ostsee vergeblich gesucht.

Forschungstaucher der Universität Kiel hätten am Mittwoch einen Bereich am Ausgang der Eckernförder Bucht abgesucht, sagte ein Sprecher des Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung am Donnerstag. Es seien lediglich einige Teile der Halterungen gefunden worden. Bei einem ersten Tauchgang war nur ein zerfasertes Anschlusskabel entdeckt worden. Die Anlage gilt seit dem 21. August als verschollen – an dem Tag war die Datenübertragung plötzlich abgebrochen.

Die Polizei ermittelt

Das Verschwinden des fast 800 Kilogramm schweren Observatoriums für Umweltmessungen bleibt mysteriös. Die Polizei ermittelt. Ein Diebstahl ist unwahrscheinlich, da die aus zwei Gestellen bestehende Anlage auf dem Meeresboden in 22 Meter Tiefe stand. Dass sie von einem Schiff mit Schleppnetz aus der Verankerung gerissen wurde, dürfte eigentlich nicht in Frage kommen: Das Observatorium stand in einem Sperrgebiet, das nicht von Schiffen befahren werden darf. Wegen des Gewichts und der massiven Kabelverbindungen schließt Geomar Stürme, Strömungen oder Meerestiere als Ursache aus.

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Weitere mögliche Suchoptionen wie ein Hilfsersuchen an die Marine würden derzeit geprüft, hieß es. Die Kosten für die 2016 installierte Anlage bezifferte das Forschungszentrum auf 300.000 Euro. „Geradezu unbezahlbar sind aber die Daten, die wir damit erheben“, sagte Projektleiter Hermann Bange. „Sie helfen der Forschung, Veränderungen in der Ostsee zu registrieren und eventuell Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“ (dpa)

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