Wenig Unterkünfte für Studierende : Berlin ist Schlusslicht bei Wohnheimen

Nirgendwo ist die Versorgungsquote mit Wohnheimplätzen für Studierende so gering wie in Berlin. Neue Unterkünfte entstehen nur langsam.

Wohnheim für Studierende in Berlin-Charlottenburg.
Wohnheim für Studierende in Berlin-Charlottenburg.Foto: Thilo Rückeis

Für Studierende stehen anteilsmäßig so wenig staatlich geförderte Wohnheimplätze wie nie zuvor zur Verfügung – und Berlin ist dabei Schlusslicht. Darauf weist das Deutsche Studentenwerk hin, das die Wohnheime unterhält.

In Berlin liegt die Versorgungsquote von Studierenden zu geförderten Wohnheimplätzen demnach bei 5,8 Prozent. Das bedeutet: Auf 100 Studierende kommen 5,8 Plätze. Einen geringe Quote weisen auch Schleswig-Holstein (6,1 Prozent), Bremen (6,6 Prozent), und Hessen (7,2 Prozent) auf.

Am besten sieht die Situation in Thüringen (15,7 Prozent), Brandenburg (15,4 Prozent) und Sachsen (15 Prozent) aus.

Im bundesweiten Schnitt liegt die Unterbringungsquote bei 9,4 Prozent, zwei Prozentpunkte weniger als noch 2011. Insgesamt gibt es aktuell rund 238.000 staatlich geförderte Wohnheimplätze für Studierende, 194.500 davon bei den Studierendenwerken. Knapp 15.000 Plätze sind im Bau oder in Planung. In Deutschlandland sind im Wintersemester fast 2,8 Millionen Studierende eingeschrieben, ein Allzeithoch.

Die Zahl der Wohnheimplätze steigt viel langsamer als die der Studierenden

Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, forderte, die Schere zwischen zwischen Studierendenzahlen und Wohnheimplätzen dürfe nicht weiter auseinandergehen. Während sich die Zahl der Studierenden von 2007 bis 2018 um 48 Prozent erhöht habe, sei die Zahl der Wohnheimplätze im selben Zeitraum nur um acht Prozent angestiegen.

Gerade der Bund dürfe sich beim Neubau von Wohnheimen „nicht länger wegducken oder hinter Zuständigkeitsbedenken verschanzen“.

Berlin baut nur langsam neue Wohnheime für Studierende

Dass gerade in Berlin die Versorgung mit Wohnraum für Studierende „absolut nicht zufriedenstellend“ ist, hatte Staatssekretär Steffen Krach (SPD) unlängst erst zugegeben. Zwar hatte der damals rot-schwarze Senat 2015 beschlossen, innerhalb von fünf Jahren zusätzlich 5000 Wohnungen für Studierende zu schaffen. Von diesem Ziel ist man aber weit entfernt. Bis zum Ende dieses Jahres ist mit insgesamt 1438 Wohnungen nicht einmal ein Drittel des Programms realisiert.

Laut einem Bericht der Wissenschaftsverwaltung des Senats an das Abgeordnetenhaus werden alle versprochenen 5000 neuen Wohnungen für Studierende frühestens 2022 zur Verfügung stehen.

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