Wissenschaft und Religion : Wie vernünftig ist der Glaube?
Nina Degele, Soziologin an der Uni Freiburg.
Nina Degele, Soziologin an der Uni Freiburg.Foto: Promo

Nina Degele, Soziologin, Uni Freiburg:

Glaube hat so viel mit Vernunft zu tun wie ein Fisch mit einem Fahrrad, nämlich herzlich wenig. Glaube ist Ausdruck eines menschlichen Bedürfnisses nach Sicherheit und unzweifelhafter Gewissheit. Vernunft stellt Rationalität und Zweifel in den Vordergrund. Angesichts einer sich permanent und immer schneller wandelnden Gesellschaft, in der Sicherheiten wie lebenslange Berufs- und Liebeskarrieren abgedankt haben, verliert die katholischeKirche dreieinhalb Millionen Gläubige innerhalb von 20 Jahren, mit der katholischen Geschlechterpolitik und Sexualmoral sind acht von zehn repräsentativ Befragten nicht einverstanden. Nur konsequent, wenn die katholische Kirche mit ihrem Festhalten an Tradition auf dem besten Weg ist, sich als Institution ihr eigenes Grab zu schaufeln. Hinderlich für eine gesellschaftliche Entwicklung zu mehr Pluralität, Demokratie und Gerechtigkeit ist das nicht.

Teil 4: Paul Nolte, Historiker an der FU Berlin und Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin

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