Bewegung fördert auch die psychische Gesundheit

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Wundermittel Bewegung : Vielen Krankheiten kann man einfach davonlaufen
Rosemarie Stein

Der Krankheitsverlauf wird durch ausreichende Bewegung ebenfalls günstig beeinflusst. Am besten belegt ist dies wieder bei Brust- und Dickdarmkrebs.

Wer sich bewegt, fördert auch seine Knochenfestigkeit. Und wer von Kindheit an Sport treibt und auch später aktiv bleibt, beugt der Osteoporose, dem Knochenschwund im Alter, vor, also auch dem Risiko von Knochenbrüchen. Auch dies ist durch zahlreiche Studien erwiesen. Sport gehört auch zur Behandlung der Osteoporose, von der Frauen nach den Wechseljahren betroffen sein können.

Dass der banale Kreuzschmerz sich nicht durch Schonung, sondern durch Bewegung bessert, ist wohl inzwischen fast Allgemeingut. Weniger bekannt ist, dass körperliche Aktivität auch die psychische Gesundheit fördert. Im Ambulanzzentrum des Hamburger Uni-Instituts für medizinische Psychologie gibt es eigens einen „Fachbereich Sport- und Bewegungsmedizin“. Die dort angesiedelte Arbeitsgruppe fasst den Forschungsstand zusammen: Körperliche Aktivität hat einen positiven Einfluss auf emotionale Störungen wie Ängste und Depressionen sowie auch auf kognitive Funktionen, also auf Fühlen und Denken.

Bewegung kann zum Beispiel die Stimmung aufhellen. „Körperliches Training kann bei Depressionen in einem ähnlichen Maß wirksam sein wie eine medikamentöse Therapie“, schreiben die Wissenschaftler. In einer amerikanischen Vergleichsstudie wirkte sie sogar stärker als ein Antidepressivum. Allerdings müssen die meist antriebsschwachen Depressiven erst einmal zur körperlichen Aktivität motiviert und die psychische Lähmung überwunden werden.

Auch die geistigen Fähigkeiten bleiben den körperlich Aktiven länger erhalten. Eine Analyse von 22 Studien mit über 33.000 Teilnehmern ergab, dass die Bewegungsfreudigen „ein um bis zu 39 Prozent geringeres Risiko hatten, kognitive Beeinträchtigungen zu entwickeln als körperlich Inaktive“. Körperliches Training wirkt jedoch nicht nur vorbeugend; auch bereits Demenzkranke profitieren davon, am meisten die schon stark Beeinträchtigten, wie die Auswertung von 30 Studien ergab. Der Effekt ist etwa so (mäßig) stark wie der von Medikamenten gegen Demenz und wie der eines kognitiven Trainings. Als Homo movens bleibt man also länger Homo sapiens.

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