Zeitung Heute : 100 illegale Musikangebote im Internet geschlossen

Die deutsche Musikwirtschaft hat in den vergangenen Monaten rund 100 Internet-Seiten in Deutschland schließen lassen, weil sie illegale Musikangebote enthielten. Die Internet-Piraterie bedrohe die Musikwirtschaft immer stärker, teilte der Bundesverband der phonographischen Wirtschaft am Mittwoch in Hamburg mit. Der Schaden habe im vergangenen Jahr rund 20 Millionen Mark betragen, und mit einem weiteren Anstieg sei zu rechnen. Mehr als 500 Musikverleger warnten vor einem "kulturellen Notstand" in Deutschland wegen zunehmender Internet-Piraterie. "Musik zum Nulltarif ist die schlimmste Ausbeutung von Autoren, Produzenten, Künstlern und Musikverlegern", hieß es in einer Resolution bei der Jahreshauptversammlung des Deutschen Musikverlegerverbandes (DMV) in Feldafing bei Starnberg.

Die Musikverlage wandten sich vor allem gegen das digitale Komprimierungsverfahren MP3. Damit können Musikdateien einer CD in Dateien umgewandelt und illegal über Internet verbreitet werden. Mit Hilfe von Walkman-ähnlichen Abspielgeräten lassen sich die MP3 dann anhören. Die Musikverleger forderten die Politiker auf, das Urheberrecht so zu verändern, daß die Kreativen nicht durch eine neue Technologie um ihre Existenz gebracht würden.

Eine deutsche Fahndungstruppe sichtet in Zusammenarbeit mit Schwesterorganisationen in 70 Ländern ständig das Netz nach unberechtigten Musikangeboten. Die Dateien, die meistens im Datenformat MP3 angelegt seien, würden von speziell ausgerichteten Suchmaschinen aufgespürt, erläuterte der Bundesverband der phonographischen Wirtschaft. Finden die Fahnder illegale Angebotsseiten, werden sie in Kooperation mit den Providern innerhalb weniger Stunden gesperrt. Der Netzpirat erhält eine kostenpflichtige Abmahnung.

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