Zeitung Heute : 135 Euro mehr für die Rente

Vor allem Gutverdiener werden zur Kasse gebeten

-

Trotz der Ökosteuer müssen die Arbeitnehmer mehr für die Rente zahlen. Der Rentenbeitrag steigt im kommenden Jahr von derzeit 19,1 auf 19,5 Prozent. Ob das reichen wird, bleibt abzuwarten. Derzeit tagt der Schätzerkreis aus Rentenexperten und rechnet aus, wie hoch der Beitrag sein muss, um die Ausgaben der Rentenversicherung im kommenden Jahr zu decken. Fachleute wollen schon jetzt Beitragssätze von 19,8 Prozent und mehr nicht mehr ausschließen.

Um die leeren Kassen aufzufüllen, soll zudem der Höchstbetrag zur Rente deutlich angehoben werden. Vor allem Gutverdiener müssen mehr zahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der Beiträge anfallen, soll von 4500/3750 Euro (West/Ost) auf 5100/4275 Euro steigen. Die Konsequenz daraus: Spitzenverdiener in den alten Bundesländern müssen 2003 bis zu 135 Euro, Versicherte in Ostdeutschland um rund 117 Euro höhere Beiträge im Monat zahlen – davon trägt der Arbeitgeber die Hälfte.

Außerdem will die Regierung die eisernen Reserven der Rentenkassen, die so genannte Schwankungsreserve, weiter abschmelzen. Heute beträgt sie 80 Prozent einer Monatsausgabe, künftig sollen es nur noch 50 Prozent sein. Das Geld dient dazu, die Zahlungsfähigkeit der Rentenkasse bei schwankenden Einnahmen zu sichern. Rentenexperten warnen: Im Oktober, einem traditionell schwachen Monat, kann es eng werden. Dann brauchen die Rentenversicherungsträger möglicherweise Kredit. hej

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!