Zeitung Heute : 15 000 Tote durch Grippe

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Allein in diesem Jahr starben nach Angaben des Deutschen Grünen Kreuzes 15 000 Menschen an der Grippe. In den Vorjahren waren es durchschnittlich 5000 bis 8000. Tatsächlich verwechseln viele die „echte“ InfluenzaGrippe mit einem harmlosen grippalen Infekt. Denn bei beiden treten Fieber und Husten auf, sind Viren die Erreger. Doch das Influenza-Virus ist ungleich gefährlicher. Sehr plötzlich auftretendes hohes Fieber spricht für eine Influenza.

Wirksame Medikamente gegen die Grippe existieren: Sie hemmen das virale Enzym Neuraminidase, das für die Ausbreitung des Virus nötig ist. Dennoch fallen vor allem alte und chronisch kranke, also ohnehin geschwächte Menschen der Influenza zum Opfer. Todesfälle, die oft vermeidbar gewesen wären, da ein Impfstoff existiert. Nach Empfehlungen des RobertKoch-Instituts in Berlin sollten sich die Risikogruppen deshalb unbedingt im Herbst impfen lassen. Der Schutz muss jedes Jahr aufgefrischt werden. Denn das Grippevirus ist ein Verwandlungskünstler. Es gibt drei verschiedene Typen, die sich ihrerseits stetig durch Mutationen verändern. Ein alter Impfschutz kann bei ihnen nicht mehr greifen.

Das Grippevirus hat noch einen Trick auf Lager: Sein Erbgut ist in Segmente unterteilt. Bei der Vermehrung kann das Erbgut zwischen den Segmenten brechen und sich dann neu anordnen. So erlangt das Virus ein völlig neues Aussehen, ein neuer Subtypus entsteht. Besonders dramatisch ist das, wenn sich Viren aus unterschiedlichen Arten vermengen – etwa von Mensch und Vogel. Die Spanische Grippe von 1918/19, sowie die 1957 und 1968/69 von Südostasien ausgegangenen Pandemien, also globalen Epidemien, sind so entstanden.

INFLUENZA

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