Zeitung Heute : 16. April 1977

Der Tagesspiegel

BERLINER CHRONIK

Der Zoo hat gestern die Geburt eines See-Elefanten gemeldet, der in der Tiergärtnerei noch immer zu den großen Seltenheiten gehört. Das Jungtier, ein Weibchen, gestern zwei Tage alt, wiegt 35 Kilogramm, es ist 146 Zentimeter lang. Es soll künstlich aufgezogen werden. Wie der Zoo mitteilte, sei die Geburt des Tieres ohne Komplikationen verlaufen. Das sei nicht zuletzt auf das Bewegungstraining zurückzuführen, dem diese großen Robben unterworfen werden. Es sei ein Ausgleich für mangelnde Schwimmmöglichkeiten in den Bassins. Südliche See-Elefanten verbringen in den heimatlichen antarktischen Gewässern den größten Teil des Jahres im Meer. Ein Nachteil für die tonnengewichtigen Robben entsteht in der Gefangenschaft dadurch, daß ihnen aus Ersparnisgründen nicht ihr eigentliches Element, das schwere Körper tragende Seewasser geboten wird. Bei der Haltung im Süßwasser ist die Lebenserwartung der See-Elefanten geringer als in der Freiheit. Schon im Jahr 1974 war ein See-Elefant im Zoo zwar lebend zur Welt gekommen, wenige Tage später jedoch an einer Lungenentzündung eingegangen.

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