Zeitung Heute : 169 Millionen Betroffene weltweit

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Als der amerikanische Pharmakonzern Pfizer 1998 die ovale, blaue ViagraPille auf den Markt brachte, war dies eine medizinische Sensation. Seit Beginn diesen Jahres hat Viagra in Deutschland – und mittlerweile auch in den USA – jedoch ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen. Der US-Hersteller „Eli Lilly“ will seine Pille „Cialis“ an den Mann bringen, der Leverkusener Pharmakonzern Bayer hat nachgezogen und die orangefarbene Pille „Levitra“ herausgebracht, die er seit Herbst nun auch in den USA, zusammen mit dem britischen Konkurrenten GlaxoSmithKline, vertreibt.

Der Markt verspricht erhebliches Potenzial, zumal die Zahl der Männer mit erektiler Dysfunktion stetig steigt. Allein Viagra hat dem Pharmakonzern Pfizer seit 1998 weltweit bereits 1,74 Milliarden Dollar Umsatz eingebracht, bei einem Einzelpreis von 10 bis 14 Euro pro Pille – je nach Dosierung. Bei Bayer in Leverkusen wird der bislang erzielte Umsatz mit Levitra auf 23 Millionen Euro beziffert, die bislang vor allem in Europa verdient wurden. In den USA rechnet Bayer mit weiteren 30 Millionen potenzieller Kunden, die Zahl der in Deutschland unter erektiler Dysfunktion leidenden Männer wird auf 6 – 8 Millionen geschätzt, weltweit sollen 169 Millionen betroffen sein.

Kampflos will Pfizer den neuen Konkurrenten das Feld offenbar aber nicht überlassen. Dies zeigen die wiederholten Klagen, die der Konzern gegen Bayer, GlaxoSmithKline und Eli Lilly wegen Patentrechtsverletzung eingereicht hat.

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