Zeitung Heute : 1938 Magie Die der Bälle

WM in FRANKREICH Endspiel Italien – Ungarn 4 : 2 1930 fand in Uruguay die erste Fußball-WM statt. Und vor drei Jahren hatte Jens Heilmann eine Idee: Von jedem der bis heute 18 Turniere würde er einen Spielball fotografieren. Er hat es geschafft!

Fino Fini ist ein altmodischer Mann. Einer, der glaubt, er hätte seinen eigenen Kindern keinen Gefallen getan, wenn sie ihren Weg durchs Leben mit der Aussicht auf ein großes Erbe angetreten wären. Einer, der glaubt, Fußball fördere die Charakterbildung junger Menschen.

Dr. Fini, Jahrgang 1928, geboren und aufgewachsen in Florenz, war von Kind an sportbesessen und betreute 20 Jahre lang als Mannschaftsarzt die italienische Nationalmannschaft, von 1962 bis 1982 bei sechs Weltmeisterschaften.

Natürlich war er da der richtige Mann, als es galt, den Direktorenposten eines neu gegründeten Fußballmuseums zu besetzen.

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2000 leitet Fini das Museo del Calcio

auf dem Trainingsgelände der Nationalmannschaft in Florenz.

Das Museum soll Erinnerungen an vergangene Zeiten wach halten und jungen Menschen Respekt einflößen, vor dem Sport, vor anderen Menschen, vor sich selbst – das begreift Fini als vordringliche Aufgabe solch einer Institution. Fini ließ 40 000 Fotos archivieren, 5000 Spielerbiografien erstellen und machte 1200 Filmdokumente der Öffentlichkeit zugänglich.

Seine größten Schätze: „Das Trikot von Silvio Piola, dem großen

Torjäger der 30er Jahre, geflickt von dessen Mutter. Und das schwarze Trikot, mit dem die italienische Nationalmannschaft 1938 gegen Frankreich antrat, mitten in den schlimmsten Zeiten des

Faschismus.“

Italien gewann die Viertelfinalpartie in Frankreich gegen den Gastgeber mit 3:1, Piola schoss zwei Tore. Der Ball aus dieser

Begegnung liegt auch im Museo del Calcio. Er wurde dem Museum 1998 durch den Generalsekretär des Italienischen Fußballverbandes übereignet – und liegt heute neben dem Ball von 1934.

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