Zeitung Heute : 2007: Viel Arbeit für die Winzer Nach Wetterkapriolen winkt gutes Ergebnis

Susanne Staggl

Seit Wochen werden in Österreichs Weingärten die Trauben des Weinjahres 2007 gelesen. In einigen Gebieten ist die Ernte zum Großteil abgeschlossen, kühle Weinbaugebiete in Niederösterreich und der Steiermark haben vor einigen Tagen mit der Lese der Trauben im hochwertigen Bereich begonnen. Der Witterungsverlauf – heißer Sommer, regnerischer Septemberbeginn – macht aus dem Weinjahr ein Jahr des Winzers: Sorgfalt in Weingarten Keller ist der Schlüssel zum Erfolg.

Das außergewöhnliche Wetter des Weinjahres zwang die Winzer zu Überstunden. Der extrem heiße Sommer erforderte eine entsprechende Bearbeitung der Laubwand, um Sonnenbrand bei den Weintrauben zu verhindern. Bis Ende August sah alles bestens aus, und der Vergleich mit dem Erntejahr 2003 war durchaus zulässig; der nasse Septemberbeginn machte jedoch wieder einmal bewusst, wie stark die Natur den Wein beeinflusst. Die hohen Niederschlagsmengen von bis zu 150 mm konnten nur durch viel Bodenarbeit bewältigt werden. Nötig war ferner eine akribische Auslese der Trauben, oft in mehreren Erntegängen. Glück im Unglück: Da auf die Zeit des Regens eine kühle, windige Periode folgte, hielt sich in den Weingärten der Fäulnisbefall in Grenzen.

Die Wahl des richtigen Erntezeitpunktes in Bezug auf Zuckerreife und phenolische Entwicklung war wieder ausschlaggebend. Leichtes Abwarten brachte besonders bei den bereits geernteten Weißweinsorten schöne aromatische Trauben, bei den Rotweinen versprechen vor allem dickschalige Trauben wie Blaufränkisch interessante, pikante Weine. Ein positiver Effekt des Regens war die Entwicklung der Edelfäule in den Seegemeinden des Burgenlandes, die für hochwertige Süßweine notwendig ist.

Trotz des hohen Arbeitsaufwands sind die Winzer nun durchweg zufrieden. In den Weinbaugebieten entlang der Donau freut man sich besonders über die zu erwartende hohe Qualität des Grünen Veltliners und Rieslings, im Weinviertel zeichnet sich ein klassischer Jahrgang für den DAC-Veltliner ab. In der Thermenregion, dem Carnuntum und Burgenland freut man sich über aromaintensive, fruchtige Rotweine mit guter Struktur, besonders vielversprechend ist der Jahrgang für den DAC Mittelburgenland. Die Winzer aus der Steiermark melden knackig gesunde Trauben und eine besondere Aromatik aufgrund der kühlen Morgentemperaturen. Und auch in der Bundeshauptstadt Wien freuen sich die Winzer, nach den mengenschwachen Jahren von 2005 und 2006, wieder über eine solide Ertragsmenge mit klassischer Ausprägung. Susanne Staggl

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