Zeitung Heute : 23. April 1977

Der Tagesspiegel

BERLINER CHRONIK

Das Pflanzenschutzamt hat sich beim Wirtschaftsenator dafür eingesetzt, daß die chemische Unkrautbekämpfung auf Straßen und Plätzen mit Baumbestand in Zukunft genehmigungspflichtig wird. Es müsse immer erst vorher geprüft werden, ob der Einsatz von Herbiziden (Unkrautvertilgungsmitteln) unter ökologischen Gesichtspunkten am jeweiligen Standort zu verantworten wäre. In mehreren Bezirken weisen inzwischen schon manche Straßenbäume nach Auskunft der Fachleute einwandfrei „Herbizidschäden“ auf. Ein Teil ist nicht mehr zu retten und wird in einiger Zeit eingehen. Nicht in allen Fällen sei beweisbar, daß die im Frühjahr übliche chemische Unkrautbekämpfung der Stadtreinigung den Bäumen den Garaus gemacht habe. Aber an den Zusammenhängen zweifeln von den Fachleuten niemand. 15 000 bis 20 000 Bäume sind in allen Bezirken durch Streusalz geschädigt worden. Dagegen ist die sichtbare Auswirkung der chemischen Unkrautbekämpfung zwar noch gering. Aber die Langzeitwirkung der Herbizide ist bislang kaum abzuschätzen.

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