Zeitung Heute : 25. März 1977

Der Tagesspiegel

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Knapp 32 Jahre nach Kriegsende wurde jetzt in den Berliner Gewässern die systematische Suche nach Munition aus Kriegstagen offiziell beendet. Das letzte von insgesamt acht eingesetzten Motorschiffen, die mit einem drei Tonnen schweren Elektromagneten „bestückte“ Samland, wird nun außer Dienst gestellt.

Seit Kriegsende wurden in West-Berlin zu Wasser und zu Lande insgesamt 7 013 Bomben, 748 418 Granaten und 475 777 Sprengkörper aller Art, geborgen. Nahezu die Hälfte dieses gefährlichen Sprengstoffs fanden die Bergungsfachleute in Berliner Gewässern, obwohl erst zehn Jahre nach Kriegende mit der Munitionsbergung begonnen worden war. Denn wichtiger war in den ersten Nachkriegsjahren die Räumung der gefährdeten Stadtgebiete, um zügig mit dem Wiederaufbau beginnen zu können.

1955 wurde dann mit der systematischen Suche auf den Gewässern begonnnen, was nun auch dringend erforderlich war. Denn bei den Kampfhandlungen nicht mehr benötigte Munition war nicht nur von Privatpersonen in die Flüsse und Seen geworfen worden, sondern auch die Alliierten hatten nach 1945 große Munitionsmengen in der Havel versenken lassen. Praktisch war kein Gewässer mehr munitionsfrei.

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